/}2 VIII. Abschnitt
nimmermehr mit dieser Pracht entwickelt haben, undDeutschlands Litteratur nicht stolz auf die Werke einesGeistes seyn, der bald mit lyrischem Feuer in denAetherhimmeln der Schönheit schwebt, bald in die Tie-fen der Metaphysik mit der Vernunftschärfe eines Wei-sen herabsteigt. Ich wünsche durch dieses Beyspiel dietalentvollen aber unbegüterten Jünglinge unter der zahl-reichen Klasse, welche den Musen und Künsten opfert,zu ermuntern, und ihnen die Aussicht zu geben, auchmit einer kleinen Summe die schönsten Theile unsersWelttheils durchwandern und geniefsen zu können, wennman nur frohen Muth und Kraft in den Gliedern hat *).Wenn zwey deutsche Jünglinge zusammen ohne Führerund Träger die Schweitz, Italien oder Frankreich berei-sen, so wird ein Jeder die nothwendigen Ausgaben mo-natlich mit fünf Karolin bestreiten können. Man seheauf Seite 55 die beschrankteste Reise - Einrichtung fürsolche F'ufsganger.
Alle Reisende , welche die deutsche Sprache nicht ver-stehen , "müfsen durchaus einen Führer annehmen, wenner ihnen auch zu nichts, als zum Dollmetscher dient.Diejenigen hingegen, welche deutsch sprechen, bedürfen,wenn sie zu Fufs reisen, nur einen Menschen, der dienothwendigsten Bedürfnisse trägt, und dazu kann manjeden starken Purschen brauchen. Unter den Lohnbe-dienten in den Städten der deutschen Schweitz giebt esmehrere, die sich ganz dem Geschäfte gewidmet haben,
Herr Seume spalzierte vor zwey Jahren von Leipzig nach
Sizilien, zurück durch die Schweitz nach Paris, und von