gö VII. Abschnitt.
nig reist, also selten die Lohnkutscher nöthig hat, derwird freylich nicht so viele Ausgaben haben; und um-gekehrt , wer mit Gepränge von Bedienten und vielenBedürfnissen erscheint, mufs sich auf weit gröfsere ge-fafst halten, als dieser Ueberschlag angieht.
Die Arten, zu reisen, sind übrigens so verschieden,dafs sich die Kosten dieser oder jener Reise unmöglichgenau bestimmen lassen. Alan kann auch auf Reiseneine vernünftige Sparsamkeit anwenden. Ich habe hiernur immer die nothwendigen Ausgaben angegeben , vondenen sich bey aller genauen Einrichtung nichts ver-ringern läfst. Erfahrung hat mich gelehrt, dafs jeder,der ohne Bedienten, ohne Aufwand, und mit vernünf-\ tiger Sparsamkeit Jahrelang reisen will, in jedem Lande
alle Ausgaben bestreiten kann, wenn er eine halbe Ka-rolin einen Tag in den andern rechnet *). Wer mitNutzen reisen will, kann nicht immer auf der Poststrafseliegen; er mufs hie oder da einen ruhigen Aufenthaltmachen. Ich rechne dazu sechs Monate ; die übrigensechs Monate reise man. Während der sechsmonatli-chen Reise braucht man natürlich täglich mehr , als ei-nen halben Karolin, wenn man mit zwey Pferden Ex-trapost fährt ; was man aber in dieser Zeit mehr aus-giebt, kann vollkommen bey dem Aufenthalt von sechsMonaten erspart werden, wo sich eine solche Einrich-tung treffen läfst, dafs man bey weitem nicht täglich
*) Seit dem letzten Kriege am Ende des vorigen Jahrhun-hunderts sind überall die Preise gestiegen. Vor diesert t Zeit zahlte man in den grofsen Gasthäusern für die Mahl-