Kosten , in der Schweitz zu reisen. 35
zwey Stunden 1 Gulden 15 Kreutzer, oder statt derKreutzer giebt man Wein und Brod; auf vier Stunden3 Gulden 50 Kreutzer, u. s. w. Nimmt man mehrereRuderer und eine Decke über den Kahn, zum Schutzgegen die Sonne, so. kostet es mehr. An wenigen Or-ten, als z. B. am JVallenstädter - uud Thuner - See,ist dies der von der Obrigkeit festgesetzte Lohn; an denandern, wo das nicht der Fall ist, fodern die Schifferweit mehr, und man mufs den Preis bedingen.
Wer .Mittags und Abends an der Gasttafel speist,einen Lohnbedienten täglich bezahlt, Haarkräusler undBartscherer bedarf, Wäscherlohn und Biergelder hin-zurechnet , kann wenigstens sechs Gulden tägliche Aus-gabe annehmen. Hält sich ein Fremder fünf bis sechsMonate auf, und bereist in dieser Zeit zu Wagen undzu Pferde die ganze Schweitz , so mufs er täglich nochsechs Gulden für Fuhr- und Pferdelohn hinzurechnen,auf jeden Tag also für alle nöthige Reiseausgaben iaGulden. Kommt jemand nur auf einige Wochen nachder Schweitz, so bemüht er sich gewöhnlich , in dieserkurzen Zeit so viel als möglich zu sehen , hält sichdaher wenig auf, und ist immer in den Händen derPferdeverleiher. Dadurch werden die Kosten gröfser,so dafs man wohl auf jeden Tag 17—18 Gulden rech-nen kann. Wer während seines Aufenthalts sehr we-
*) In den Städten ist es Herkommen, dafs jeder, welcher ineinem Hanse zu einem Gastmahl oder andern Fest einge»laden war, beym Weggehn der Magd oder dem Bedien-ten des Hauses ein Trinkgeld von t5 •*— ao Kr. giebt,