Bepörd. d. mor. Gesundh. n. Schweitzerreisen. 17
Stille dieser Himmelhohen versetzt das Gemüth in diefeyerüchste Stimmung. Nichts stört hier die ernstenBetrachtungen über die Ewigkeit der Natur und überden Augenblick des Seyns , welches Menschenleben,Völkerlehen heilst. Wie schwindet dann so Alles, wasdie menschliche Thorheit Grofs und Wichtig nennt, alsdas elendeste Traumbild dahin, und wie bejammerns-werth erscheinet das sich selbst plagende Geschlecht!!— Hier erweitert sich die Seele in die Räume der Un-endlichkeit. Die erhabensten Gedanken und edelstenGefühle beseligen im reinsten Einklänge^ das Gcmüth,und eine nie empfundene Begeisterung weihet zumBunde der Tugend, der einzig ewigen Gröfse denken-der Geister, ein. — O! nur in der Einsamkeit erhab-ner Natur findet der Mensch sich selbst und den Adelseines Wesens wieder; nur da erlangt der Geist Gröfseund Würde, und das Herz unnennbaren harmlosenFrieden. Es giebt keinen ehrwürdigem Tempel desNachdenkens und der Weisheit, als die himmelschauen-den Alpen ; sie sind der einzige TVallfahrtsort , zuwelchem Jeder pilgern sollte, dem die moralische Ge-sundheit und Kraft das ausschliefsende Kleinod desMenschen dünkt, und der die Befestigung derselben fürdas wichtigste Geschäft des Lebens hält.
So eigentümlich die Natur der Alpen ist, eben soeigentümlich sind die gesellschaftlichen Einrichtungenihrer Bewohner. Der Ueberzeugung gemäfs: Die Men-schen seyen zur Ordnung , nicht zur Dienstbarkeitgeschaffen ; Richter müfsen sie sich wählen , undJ.
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