Druckschrift 
1 (1809)
Entstehung
Seite
16
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l6 IV. Abschnitt.

kleinlichen, niedrigen, verdorbnen und elenden Ge-schöpfe herab. Erreichung der Wünsche des gemein-

sten eigennützigen Triebs wird dann das Ziel seinesLebens , und glanzender Prunk das Maafs aller Gröi'se;hergebrachte Meynungen und das Geschwätz der

Menge erfüllen dann seinen Geist, und kindische, oftgrausame Eitelkeiten sein Herz. Als ein Sklave nied-rer Triebe kriecht er bald im Staube vor verächtlichenGötzen, bald stolziert er in eingebildeter Hoheit mitalles zertretendem "Fufse einher.

Ueherall zwar bietet die Natur jedem Guten , derunter dem Drucke alles dieses Elendes, dieser Verkehrt-heiten und Laster seufzt, eine tröstende Hand, an de-ren Leitung das Herz Milderung seiner Leiden findet; aberder Umgang mit erhabner .Natur wird wahre Läuterung fürdie Seele, ein Verwahrungsmittel gegen die Gefahr, iinStrudel der Welt zu versinken und sich selbst und dashohe Vorbild edler Geister zu verlieren. In den Al-pen thront die Natur in allmächtiger Gröfse und un-vergänglicher Erhabenheit! Auf ihren Zinnen, über dieWolken in die Himmel emporgehoben , fühlt sich derMensch entfesselt von allen Sorgen , allen Plagen undGebrechen seines Ceschlechts, dessen Gewühl und Ge-räusch in den dunkeln Tiefen und weiten Fernen allenSinnen entschwindet. Ein ungeheures Gebiet von Rie-senfelsen überschauend, glaubt der beflügelte Geist übereine ganze Welt zu schweben, und von den zahllosenZeugen der vergangnen Schicksale der Erde die Ge-schichte der Natur verkünden zu hören. I-Ke heilig*