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Die Begründung der "Deutschen Rundschau"
Entstehung
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Wir gaben Storm recht, wenn er uns deswegen getadelt, und Laube, woer sich selbst darüber ertappt hatte. Wir entschuldigten uns vor uns und vor-dem Publicum, so gut es ging, waren uns aber Wohl der Wahrheit dessen bewußt,wofür freilich auch nur der französische Sprachgenius die Formel geprägt hat:„gui s'axeuss 8'a.eeu8s". Doch ein glückliches Zusammentreffen von Außenthat schließlich für uns, was wir selbst vergeblich angestrebt hatten.

Unter den Briefen, die sich in ermunterndstem Tone äußerten, war aucheiner von meinem berühmten hessischen Landsmann, dem damaligen Physiologender Würzburger Universität, Prof. Adolf Fick. In diesem Briefe heißt es:

„Nun kann ich noch ein Bedenken in Betreff des Titels nicht unterdrücken. Ihnen selbst ist —wie aus Ihrem Programm hervorgcht — das französische Wort an der Stirn der deutschenZeitschrift anstößig geworden. Sie bringen zwar Gründe dafür vor, die ich als gewichtige an-erkenne, die ich aber doch nicht für durchschlagend halte. Ich muß gestehn, daß ich lieber denTitel „Deutsche Rundschau" sehen würde, oder allenfalls „Deutsches Museum". Das ist zwarauch ein fremdes Wort, aber wenigstens eines aus einer alten Sprache."

Hier denn ist das Wort: „Deutsche Rundschau" — soweit unsere Zeitschriftin Frage kommt — zum ersten Mal ausgesprochen worden, und es ist ein be-friedigendes Gefühl für mich, der Dankespflicht an dieser Stelle genügen zukönnen. Dennoch zögerten wir, der Anregung zu folgen. Die Bezeichnung„Rundschau" war in diesem Sinne nicht gebräuchlich und unseres Wissensbisher nur einmal angewandt worden von dem „Rundschauer" der Kreuzzeitung,Ernst Ludwig von Gerlach, dem Bruder des Generals. Später freilich habenwir aus Kahser's „Bücherlexikon" ersehen, daß der Titel schon damals Nach-folge gefunden, auf Gebieten der Journalistik allerdings, wo man ihn nichtgesucht hätte. Von 1851—1852 gab es eine „Rundschau der Versicherungenoder Sammlung von Rechnungsabschlüssen, Statuten .... und allen dasVersicherungswesen betreffenden Gegenständen" (Leipzig). Von Juni bis De-cember 1854 erschien eine „Wöchentliche Rundschau über Wolle, Baumwolle,Flachs, Hanf, Seide und verwandte Rohstoffe" (Gera), 1859 eine „Medicinisch-chirurgische Rundschau" (Wien); erst die Wochenschrift „Aesthetische Rundschau",1866/67 (Wien) überträgt das Wort auf die eigentliche literarische Gattung,und im selben Jahr (1867, Dresden) kommt die „Deutsche Rundschau, Central-blatt für Wissenschaft, Politik und sociales Leben" hinzu, die jedoch auch nurein Jahr bestand. Es begegnet dann nur noch 1868 eine „Monatliche Rund-schau. Sammlung von Entscheidungen der Gerichte und Verwaltungs-Behördenzu Frankfurt a. M.", und 1869 „Rundschau auf dem Gebiete der Geographieund Naturwissenschaft. Zeitschrift für Deutschlands Lehrer" (Camenz). Dienächste hiernach (1874) ist unsere „Rundschau". Konnte man, bis zu derenErscheinen, die Blätter leicht zählen, die diesen Namen führten, so wird esfast unmöglich von dem Zeitpunkt an, wo wir ihn — ich darf Wohl sagen —populär gemacht haben. Die Zahl der „Rundschauen" mit den verschiedenstenNebentiteln stieg in den Jahren 1877—1882 auf 13, in den Jahren 1883-1886auf 29, in den Jahren 1887—1890 auf 38, in den Jahren 1891 — 1894 auf 65.

Wir aber konnten uns noch immer zu diesem Titel nicht entschließen.Der Juli verging, der August nahte seinem Ende, der erste September, an