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1 (1915) Niederösterreich
Entstehung
Seite
471
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Wien, Bücher der Universität und dazu gehöriger Stiftungen. 47 I

thecarius a rev. p. rectore constitutus accepla syngrapha ad dies ali-quot etiam unum alterumve librum det aecomodato.' Es dienten also,wie man sieht, die Büchersammlungen im wesentlichen als Materialfür die Lehrer, durchaus nicht als Studienbehelf für die Hörer, undnoch im 18. Jahrh. mar es nicht anders. 5

Die in der Stelle der sanclio pragmatica erwähnten Inventaremüssen angelegt worden sein, da der kais. Bibliothekar Sebast. Teng-nagel schon am 27. September 162J seine Notizen aus den Kata-logen der einzelnen Sammlungen mit Signaturen versieht (WienerHofbibl. Cod. 0690, f. 2ig v ); er macht Auszüge: Ex catalogo biblio- 10Ihecae aeademiae Viennensis (Tabulae AY); Ex catalogo biblio-thecae arlium (mindestens 3 tabulae und: in armario); Bibliothecafaculiatis, libri per 8 tabulas dislincli. Von der Sammlung Fabris isthier nicht mehr die Rede; sie halte einst aus mindestens 2162 Bändenoder Nummern bestanden. Nach der Auflösung des Collegium s. 15Nicolai müssen dessen Bücher, soweit sie nicht schon verschwundenwaren, als Ganzes an die Universität (academia) gefallen sein; Teng-nagcls Notizen bezeugen mit voller Sicherheit, daß dies im J. 1623schon tatsächlich der Fall war, wenn auch nicht die örtliche Ver-einigung statthalte. Denn noch im J. 1718 befand sich die Samm- 20hing in einem großen Raum \supra scholam medicam, über dem medi-zinischen Hörsaal, im Besitz und in der Verwaltung der Universität,jedoch ohne eigenen Kustos, wie ihn etwa die Bibliotheca Windhagianabesaß, indem der Schlüssel zur Sammlung sich in den Händen desDekans der philosophischen Fakultät befand 'aus ursach, weillen das 25conservatorium Bib/iothecae an die stubam facultatis philosoplucaeanhängig, mithin beede eodem Custode können versorget und bewegetwerden . Schon im 16. Jahrh. gingen 'ziemlich viele und wertvolleHandschriften der Sammlung Fabris verloren und kamen in andereHände, so an Caspar v.Nydbruck, an Philipp v. Croy und Erzherzog 30Ferdinand von Tirol; ein Codex kam im 18. Jahrh. nach Cottweig.Da gegen Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrh. die Alumnen derCoderia Goldberg, welche in langwierigem Prozeß das Besitzrechtan der Sammlung zu behaupten suchten, freien Zutritt zur Bibliothekerlangt hatten und Bücher mitnahmen, ging manches verloren. So 3 5wurden im J. 1702 durch den Hausmeister des Collegium s. Nicolai64 Bücher in die Fabrische Bibliothek übertragen, d. h. zurückgebracht(s. Wiener Hofbibliothek Cod. 75 6o P Jos. Göggers Relation überdie Fabrische Bibliothek, 1718).

Auch, aus der Bibliothek der Artistenfakultät verschwanden im ,0Laufe der Zeit viele Bücher. So hatte sich z. B. Seb. Tengnagel vonhier manches zu verschaffen gewußt, darunter mehrere hebräischeHandschriften. Andere gleichfalls jetzt in der Wiener Hof bibliothek