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1 (1915) Niederösterreich
Entstehung
Seite
470
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470 Wien, Bücher der Universität und da^u gehöriger Stiftungen.

Andere Bibliotheken sind beifolgenden Bursen beglaubigt unddurch erhaltene Bücher aus ihnen nachweisbar:

Bursa Haidenhaim, gestiftet von Paulus Wann aus Keninat(1484), daher ursprünglich bursa Pauli genannt. Aus dem Umstände,5 daß man später bei dieser Benennung nicht mehr an den Gründer,sondern an den Apostel Paulus dachte, der die Bezeichnung doctorgentium führte, erklärt sich auch der Name bursa gentium; imJ. i5 J,sübersiedelte sie in das 'bursa Haidenhaim' genannte Haus in derBäckerstraße und wurde fortan so bezeichnet.10 Rosenburse (Bursa rubeae rosae, auch Collegium b. Mariae

virginis rubeae rosae), auch bursa Wagendrüssel, nach dem Namendes Besitzers, dessen Haus für ihre Zwecke erkauft worden war. Einebedeutende Zahl von Büchern in der Wiener Hof bibliothek ist heutenoch durch eine besondere Signatur als ihr Eigentum kenntlich.t 5 Eilienburse. Ihre Bibliothek dürfte erst im iO.Jahrh. etwas

umfangreicher und bedeutender geworden sein. Darin befanden sichBücher des Konrad Cellis, Johann Grempcr und Eudwig (?) Brassi-can. Ihre Bücher sind gleichfalls durch Eintragungen kenntlich.Bursa Rainung. Das im Stiftbrief derselben erhaltene Ver- zeichnis ihrer Bücher ist hier unter Nr. 6g abgedruckt.

Auf den Nachweis der allen Bestände, aus denen die oben an-geführten Bibliotheken zusammengesetzt waren, und auf deren wei-tere Schicksale einzugehen, ist hier schon aus äußerlichen Gründenwohl nicht möglich. Dieser Nachweis und die damit zusammenhan-25 genden Ausführungen mögen vielmehr einer besonderen Arbeit voibehalten bleiben.

Aus den obigen Ausführungen erhellt, daß die Bibliothek dciArtisten, indem sie Werke aus allen Wissenschaften aufnahm, wennauch vielleicht nicht förmlich, so doch tatsächlich die Stellung undso Leistung einer Universitätsbibliothek innehalte. Man braucht nur andie im Testament des Konrad Gelds erscheinende Wendung'in libra-ria universilatis seit facullalis zu erinnern, um festzustellen, daßschon am Ausgang des Mittelalters diese allgemeinere Bedeutungfür die artistische Bibliothek angenommen wurde. Im J. 1578 nennt35 Hugo Biotins (Wiener Hofbibliothek God. Suppl. 2897, f. 246 R ) f° 1 'gende drei Bibliotheken als nebeneinander existierend: Bibliothecaacademiae Viennensis, Bibliotheca collegii archiduca/is, Bibliothecaepiscopi Eabri. Im J. z6ä3 erfolgte die Übergabe der allen Univer-sitätsbibliothek an die Jesuiten. Im § 7 der mit dieser Übergabe i*40 Zusammenhang stehenden Sanctio pragmalica vom 7. August l6 iJheißt es:'Bibliothecariim usus et custodia, facto prius inventario, c°n-ceditur et committitur collcgio societatis, ita tarnen, ut magistns <docioribus facullalum, si quid legere velint, fiat aditus eisque bw t0 '