'Wien, Bücher der Universität und dazu gehöriger Stiftungen. 4ÖQ
hinterließ;, und durch die Sammlung des Dr. Kaspar Frue (1460)noch vergrößert wurde.
Die juristische Fakultät hatte teilweise ihre Bücher in derc schola iuristarunC in der Schulerstraße.
Der theologischen Fakultät standen mehrere 'armaria' in 5den Räumen des Collegium ducale zur Verfügung.
Ferner hatten mehrere der mit der Universität in Verbindungstehenden Kollegien und Bursen eigene, zum Teil sehr beachtens-werte Büchersammlungen. Von hervorragender Bedeutung war dieBibliothek des Collegium ducale (archiducale), in welcher in den 10eisten Jahren des 75. Jahrh. aus Baummangel bei der artistischenFakultät die Bücher der letzteren untergebracht worden waren, wieoben erwähnt ist. Im J. i3gg vermachte ihr der Passauer OffiziellDr. Leonh. Schaur 'quatuor libros Nicolai de Lyra super veteri etnovo testamento' (s. Uhlirz im Centralblatt f. Biblioth. i3, 87), im 15selben Jahr der mag. Chunrat von den Schotten ' Hugonem de sacra-mento, cpistolas Pauli et summam contra gentilcs et auroram (ebda.S. 87f.). Magister Heinrich von Langenstein bestimmte in seinemTestament 11. Juli i3gi, daß ein Teil seiner Bücher, vor allem dieVorlesungen über den Anfang der Genesis und über die Prologe der 20Bibel dieser Bibliothek zufallen sollten (Quellen zur Geschichte derStadt Wien Abt. 1 Bd. 4, S. 3i. Regest 3621). Lm J. 141g vermachteStephan der Lang seine Bücher seinem Sohne Benedikt'ausgenommendie wibel, schaff ich den fürsten-coliegiaten (ebda. S. 91). Beträcht-licher war die Schenkung des mag. Andreas de Weitra, die aus 25/ 7 Handschriften bestand, wie die Eintragungen in den betreffendenBüchern zeigen z. B. im Cod. 1464 der Wiener Hofbibliothek, wo esheißt: t Hunc librum cum quibusdam aliis insignibus voluminibus nu-nicro 77 liberali ac magnifica donacione inter vivos donavit ad libra-riam collegii ducalis Wienne venerabitis et eximius pater, magister 3oAndreas de Weyttrcf (etc.). Im vorausgehenden sind übrigens nureinige der bekannteren Zeugnisse erwähnt. Die Bibliothek des Kollegswuchs auf diese Weise durch Schenkungen, Legate und Ankäufe sobedeutend, daß für sie ein eigener Bibliotheksbau errichtet wurde.Im J. 1456 widmete die artistische Fakultät bei dem Reichtum ihrer 35Überschüsse für die Vollendung der Bibliothek, die bis zum Dachfertig gebaut war, 100 Ung. Gulden (Acta f. a. III, 97 v ) und liehim J. i4 57 wegen Brandgefahr bei unvollendetem Zustand nochweiter 60 Gulden (Acta f. a. III, io4 v ). Der Bau schritt jedochäußerst langsam fort, trotzdem Thomas von Haselbach (1462) 100 fl. 40spendete und noch im J. 1471 sich der Priester Jakob von Timauv on der artistischen Fakultät gegen Kaution zu diesem Zwecke100 Gulden auslieh und beim Bau selbst Hand anlegte.