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1 (1915) Niederösterreich
Entstehung
Seite
468
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/j.68 Wien, Bücher der Universität und dazu gehöriger Stiftungen.

novo-, während nur die Dupla den Studenten der Lilienburse zugutekommen sollten, seine ganzen Bücher aber im Falle, als die artisti-sche Bibliothek ihre Räume zu verlassen gezwungen wäre.

Anfangs hatte die neue Lokalität vollkommen ausgereicht, so5 daß man in der Zeit einer Epidemie sogar noch einige Räume fürerkrankte Studenten verwenden konnte und diesen Teil des Hausesdeshalb das neue Hospital nannte, bald jedoch wurde das Studenten-spital zur S. Sebastianskirche vor dem Stubentor (in den heutigenBezirk Landstraße) verlegt. Zu Beginn des i6.Ja.hrh. erwarb sich be-10 sonders Velocianus (Thomas Resch aus Krems) um die Ordnung undVervollständigung der Bibliothek, deren Vorstand er durch eine Reihevon Jahren war, große Verdienste; er wurde daher ' bibliothecaeartisticae custos et instauratof genannt und wegen seiner Liberalitätgerühmt (s. die Zitate bei Aschbach a. a. O. Bd. 2, S. 411 Anm. 2)-15 Da das Spital vor den Toren der Stadt bei der Belagerung durchdie Türken im J. 1520 abbrannte, wurde es wieder bei der Bibliothekin der Stadt eingerichtet, was möglich war, da beim Fortschreitender reformatorischen Bewegung der Besuch der Universität nach-gelassen hatte und die Bibliothek ihrerseits weder durch Kauf noch20 durch Schenkungen von Büchern merklichen Zuwachs erhielt. Seit-dem nämlich mit dem Anfang der Reformation die Professoren mei-stens heirateten und Leibeserben hinterließen, hörte die Sitte, derUniversität und ihren Bibliotheken testamentarisch Bücher zuzuwen-den, nach und nach auf. Die reiche Büchersammlung des Lohannes25 Cuspinianus z. B. oder die des Lohannes Alexander Brassicanuswurde von den Erben verkauft. Beide erwarb der Wiener BischofLohannes Fabri für seine Privatbibliothek, die er aber wieder nichtder Universität als solcher, sondern seiner Studentenstiftung, deinCollegium s. Nicolai, vermachte, wenn sie auch später dennoch mit3o der alten Wiener Universitätsbibliothek vereinigt wurde.

Neben der großen Bibliothek der artistischen Fakultät, die bisherbehandelt ist, gab es noch andere Büchersammlungen im Bereicheder Universität. So kommt die Bibliothek der medizinischen Fa-kultät in Betracht. Sie bestand gewiß schon im J. 1418. Es findet35 sich nämlich in den Actis fac. art.LL, 3o R zum 22. Mai 1418 folgendeNotiz: 'supplieavit facultas mediane, quatenus libri per olim m. 1°'hannem Rogk seeundum lenorem cuiusdam privilegii sibi assigna-rentuf; der Genannte war nämlich Mediziner und die Ärzte sagten,sie hätten eine c libraria\ Am Sonntag nach Himmelfahrt bewarb40 sich um dieselben Bücher die theologische Fakultät. Im J. 1421 ver-machte der Mediziner Dr. Nikolaus von Herbersdorf ein Haus inder Weihburggasse nebst einer bedeutenden Bücher Sammlung, d iespäter durch Dr. Erhard von Traismauer, der 00 medizinische Werke'