Druckschrift 
1 (1915) Niederösterreich
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

124 Lilienfeld.

kais. Entschließung vom 22. April 1700 wieder hergestellt wurde,hatte die Bibliothek indessen doch ungeheueren Schaden erlitten. AbtIgnaz Schwingenschlögel (1790 1802) erwarb, um die Verlusteeinigermaßen zu ersetzen, die Bibliothek des am 25. Nop. 1782 auf-

5 gehobenen Benediktinerstiftes Klein -Mariazeil, dessen Bücher, über2000 an der Zahl, mittels Hofdekrets vom 18. Okt. 1790 Lilienfeldüberwiesen wurden') und die der Paulaner in Wien. Vom Reichtumder alten Bibliothek gibt noch Kunde der in der Wiener Univ.-Biblio-thek erhaltene Katalog Haut ha ler s (Mscr. III, 28) mit dem Titel:

10 Bibliotheca vetus manuscripta Campililiensis sive catalogus codicunimanuscriptorum ordine facultaium compendio descriptus, cum non-nullis observationibus et excerptis historico-critico-literariis, authoreP. Chrysostomo Hanthaler, monacho et bibliothecario in Campolilio-rnm, 1733. Die entsprechenden Inkunabelkataloge sind in der Wiener

15 Hofbibliothek, wohin sie durch Tausch aus der Univ.-Bibliothek imJ. 1842 gekommen sind (Cod. 11945. 12451- 12452. 12456.). Unterdem Bibliothekar und Archivar Joh. Gottwald erfolgte eine kurzeBeschreibung der Inkunabeln und Handschriften, dann die von Conr.Schimek. Trotz der wiederholten schweren Schädigung und trotz

20 des Brandes von 1810 hat das Stift doch wieder eine ansehnlicheSammlung. Die Bibliothek zählt jetzt über 20.000 Bände, darunter27S Hss. und 123 Bände Inkunabeln!')

Literatur. (Ambr. Bec^ic^ka), Histor. und topogr. Darstellung von Lilienfeld undseiner Umgebung etc. Wien iS'jS.25 G. H. Pert^ im Archiv der Gesellschaft f. alt. deutsche Gesch. Bd. 3, Frankfurt 1S31,S. 565 566 und ebda. Bd. 6, Hannover 1838, S. iS5 186.Jul. Pet^holdt, Adreßbuch der Bibliotheken Deutschlands etc., Dresden iSjS, S. 256.

498.Joh. Huemer, her Austriacum in Wiener Studien für klassische Philologie Bd. 9, Wien3o 1887, S. 888g.

Analecta Bollandiana 17, Bruxellis 1898. (De magno legendario Austriaca; p. 2S ExemplarCampililiense : Codd. 58. 5g. 60).

x ) Otto Eigner, Geschichte des aufgehobenen Benediktinerstiftes Marxaiell '"Oesterreich, Wien 1900, S. 323 Anm. 1. 2 ) von Stücken, die nach auswärts ver-

35 sprengt wurden, sind nur bekannt in Heiligenkrcu^ Cod. 337 Rituale Cisterciense,geschr. von Thomas Piscator 1467; in Hohenfurt Cod. XIV Diurnale Cisterciense,geschr. von Petrus de S. Hippolyto 1433 '" Lilienfeld; in der Wiener Hofbiblio-thek Cod. 362 (Sammlung vieler kleinerer Schriften). Cod. ffßS Ortilo Campililiensis(rede Hanthaler). Cod. iSrjo Bibliorum fragmenta (hier vereinigte Deckblätter ver-

40 schiedener in den Jahren 1640. 1641. 1644 gebundener, mit den Chiffern C. S. A. Cversehener Bücher). Außer den oben erwähnten Ehingcr Inkunabeln stammen ausLilienfeld Inc. 6. G. 22 (Hain * 13367), Inc. 23. F. 6 (Hain 666), ferner eine Anzahlanderer Druckwerke; im Wiener Schottenstift Cod. 736 Hisloria b. virg. Cellensisin Styria.