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II. Der Angriff des Generals v. Schwartzkoppen.
Die nach dem Gefechtsberichte des Oberstlieutenants Sannow rechtsneben seinem Halbbataillon eintresfenden Abtheilungen des Regiments Nr. 57gehörten der 9. und 11. Kompagnie dieses Regiments an. „Wir hatten dreilange Sprünge gemacht" — schreibt Lieutenant Hillen der 9. Kompagnie —„und gelangten mit dein letzten zu einer lückigen, niedrigen Hecke, an der eingrasbewachsener Weg mit hartem Untergrund entlang führte;*) die Heckelag auf der Höhe. Erst von hier ans war etwas von der feindlichen Stellungzu sehen. Endlich konnten wir das Feuer auf die jetzt deutlich erkennbarenFranzosen eröffnen. Nahe rechts von mir befanden sich OberstlieutenantSannow und sein Adjutant, Lieutenant v. Hövel, beide zu Fuß.**) Nachdemkurze Zeit gefeuert war, bemerkte ich etwa hundert Schritte halblinks vor-wärts von mir im freien Felde, wie sich eine Kolonne Sechzehner, die bisdahin dicht auf der Erde gelegeil hatte, mit einer Fahne erhob und, an-gefeuert von ihren Offizieren, einen Abhang hinuntereilend, meinen Blickenentschwand."
Dies waren die von Hauptmann Ohly geführten Füsiliere des RegimentsNr. 16, die sich jetzt***) mit der 2. Kompagnie des Regiments Nr. 57mischten. Sie stießen auf die den Steilrand der Schlucht nördlich derhohen Pappel begleitende Hecke und arbeiteten sich dort hindurch. EinTheil gelangte noch bis in die vorderste Linie des Regiments Nr. 16 aufdem nördlichen Schluchtrande, der andere verblieb im Grunde.f)
Die 9. und 11. Kompagnie des Regiments Nr. 57 stürmten nun gleich-falls weiter vor. Im mörderischen Feuer war Hauptmann Bethge, mehrfachverwundet und von Blut überströmt, vorgesprungen und hatte sein Halb-bataillon vorwärts gerissen. Auch die 3. und 4. Kompagnie nahten der Schlucht,aus der Hauptmann v. Hohenhausen mit etwa 20 Leuten seiner Kompagnie,der 2., den nördlichen Schluchthang emporgestiegen war. Dort, wo dieflachere Böschung beginnt, hatte er plötzlich auf 20 Schritt Feuer vom Feindebekommen. „Der Gegner hatte sich nämlich" — so berichtet OberstlieutenantSannow — „auf dieses Vordringen entschlossen, mit einem Theile vorzu-stoßen, um den zwischen ihm und uns entstandenen todten Winkel zu beseitigen.Zugleich drang eine feindliche Abtheilung durch eine Qnervertiefungff) inunserer rechten Flanke vor und flankirte durch ihr Feuer die in der Schluchtliegenden Mannschaften."
„Nach umserem letzten von der Hecke aus erfolgenden Sprunge" —schreibt Lieutenant Hilken — „kamen die Franzosen in drei sich folgenden
*) Vergl. S. 33.
**) Dem Oberstlieutenant Sannow war das Pferd unter dem Leibe erschossen.Lieutenant v. Hövel lag, wie er mittheilt, schwer verwundet hinter einer Hecke, an der einWeg entlang führte.
E) Anhang Nr. 23.
f) Vergl. Anhang Nr. 24.
11) Vergl. Anhang Nr. 25.