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Der Kampf der 38. Infanterie-Brigade und des linken deutschen Flügels in der Schlacht bei Vionville - Mars la Tour am 16. August 1870
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III. Die Aufnahme der Brigade Wedel! durch Kavallerie und Artillerie re. 57

III. Die Aufnahme der Brigade Wedell durchKavallerie und Artillerie- der Ausgang der Schlachtauf dem Westflügel.

Wir wissen, daß General v. Voigts-Rhetz dem 1. Garde-Dragoner-Regiment den Befehl zum rücksichtslosen Draufgehen gesandt hatte. Imvollen Bewußtsein, daß die Attacke nur geringe Aussicht auf Erfolg habe,und daß sich das Regiment für die hart bedrängte Infanterie opfernmüsse, schritt Oberst v. Auerswald an die Ausführung des Befehls.*)Das Regiment brach aus Regimentskolonne links in Zugkolonne ab, ließdie 4. Eskadron unter dem Prinzen von Hohenzollern mit den beidenStandarten der Brigade bei Mars la Tour in Reserve zurück und trabteüber die große Straße und durch den Wiesengrund in nördlicher Richtungvor. Hecken und Drahtzäune verlangsamten die Vorbewegung und zwangenzum Abbrechen in die Kolonne zu Dreien. Als die an der Spitze reitende5. Eskadron den Wiesengrund hinter sich hatte, führte Oberst v. Auerswald dieTete derart, daß mit dem Einschwenken zur Front die Attackenrichtung in dierechte Flanke der zunächst befindlichen Infanterie des Feindes gewonnen wurde.

Die beiden vordersten Eskadrons gingen nach dem Einschwenken, die 5.links, die 3. rechts, im langen Galopp in der zur hohen Pappel hinaufführendenMulde vor. Die 1. Eskadron, die als letzte in der Kolonne bei dem voraus-gegangenen wiederholten Abbrechen und Aufmarschiren einen zu großen Abstandbekommen hatte, folgte als rechte Flügelstaffel. Ihr äußerer Flügel hielt den WegMars la TourSt. Marcel. Hier begleitete Graf Brandenburg die Attacke.

Zwar schlugen schon jetzt verirrte Geschosse in die Eskadrons ein, abernoch hatte der Feind die nahenden Reiter nicht bemerkt. Theils fanden sieDeckung in der Mulde, theils beschäftigten sich die Franzosen mit denGefallenen und Verwundeten der Brigade Wedell. Als nun die Garde-Dragoner aus dem Staub und Pulverdampf des Schlachtfeldes auf naheEntfernung vor dem Gegner auftauchten, da entstand eine heillose Verwirrungin den Truppen, die durch den vorausgegangenen Angriff der Hand derFührer entglitten waren. Die vordersten Schützen warfen sich auf die Erdeoder drängten nach rückwärts, wurden aber von den dahinter stehenden auf-gehalten. Andere ballten sich in kleine und größere Knäuel zusammen undversuchten Salven abzugeben. Die Hinteren Linien schossen rücksichtslosin die vorderen hinein.

Es war bald nach 5^4 Uhr, die anreitenden Schwadronen waren dichtan den Feind herangekommen, da ertönte das Signal Fanfaro über dasSchlachtfeld, und mit Hurrah brach das tapfere Regiment, seine Offiziereweit voraus, über die Schützen hinweg in die feindlichen Massen ein. DerStoß der beiden vorderen Eskadrons traf die 3. Kompagnie des Jäger-

Die Attackedes 1. Garde-Dragoner-Negiments.(Vergl. Plan 5.)

*) Vergl. Geschichte des 1. Garde-Dragoner-Regiments S. 127.