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Der Kampf der 38. Infanterie-Brigade und des linken deutschen Flügels in der Schlacht bei Vionville - Mars la Tour am 16. August 1870
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II. Der Angriff des Generals v. Schwartzkoppen.

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Linien*) die jenseitige Höhe herunter. Aus allen drei Linien wurde gefeuert,meist mit Kolben in Hüfthöhe. Als die vorderste Linie in den Grund hinab-tauchte, kam der Befehl zum Rückzuge."

Die 3. und 4. Kompagnie des Regiments Nr. 5? erreichten den Abfallzur Schlucht, als ihnen die durch flankirendes Feuer zum Rückzuge ge-zwungene Schützenlinie des I. Bataillons entgegenkam.Wir mochten"heißt es im Tagebuche des Lieutenants Freiherrn v. Schimmelmannetwa 400 Schritte von den Franzosen entfernt sein, von denen man nichtssah als eine Wolke von Pulverdampf. Es wurde uns eine solche Mengevon Chassepotkugeln entgegengeschleudert, daß ich noch heute nicht begreife, wieauch nur einer von uns mit dem Leben davon kommen konnte. Lange konntenwir es hier nicht aushalten, das fühlte Jeder. Da sprang der Fahnenträgerdes Bataillons, Sergeant Dräger, auf, schwenkte die Fahne und lief mitHurrah vorwärts. Wir kamen bis an den Rand der hier flach ein-geschnittenen Schlucht, auf deren jenseitigem Hange der vielfach über-legene Feind stand, vor dessen mörderischem Feuer Alles langsam zurückwich."

Einige Zeit zuvor war das aus der 10. und 12. Kompagnie des Regi-ments Nr. 57 gebildete Halbbataillon in geschlossener Kolonne auf der Hoch-fläche etwa 400 Schritte westlich der Tronviller Waldecke erschienen. DieSchützenlinie, die sich bisher vor seiner Front ausgebreitet hatte, war aufdem gewölbten Abhange zur Schlucht verschwunden und die Schußweite zumGegner erreicht. Das Halbbataillon marschirte zur Feuerabgabe auf underlitt in kürzester Frist die schwersten Verluste.**) Trotzdem drang ein Theilseines linken Flügels noch bis zum Thalgrunde vor, aus dem jetzt die viel-fach mit Füsilieren des Halbbataillons Ohly untermischte vorderste Linie desRegiments Nr. 5? vor dem umfassende» Gegenstoße des Feindes zu weichenbegann. Kurz vorher war Premierlieutenant Ehrhardt, der Führer der12. Kompagnie des Regiments Nr. 57, gefallen. Die rückwärtigen Ab-theilungen des rechten Flügels, die auf der diesseitigen Höhe, theilweise feuernd,ausgeharrt hatten, schlossen sich dem allgemeinen Rückzuge dieses Flügels an.Es war wenige Minuten vor 5^/s Uhr. Die Gefechtslage zu dieser Zeit ist imPlan Nr. 4 wiedergegeben. So war der mit bewunderungswürdiger Tapferkeitbis dicht an die feindliche Linie geführte Angriff des Regiments Nr. 57 ander überlegenen Feuerwirkung des Gegners und dem rechtzeitigen umfassendenGegenstoße seiner so viel stärkeren Massen gescheitert.

Verfolgen wir jetzt die weiteren Vorgänge beim Regiment Nr. 16. Alsdas im ersten Treffen der Brigade Goldberg vorgehende Linien-RegimentNr. 73 hinter dem rechten Flügel des Jäger-Bataillons Nr. 20 um 5V-t Uhrden Höhenkamm überschritt, befand es sich auf 300 Schritte dem RegimentNr. 16 gegenüber, das vor Kurzem den nördlichen Schluchtrand erreicht

*) Vergl. Anhang Nr. 26.

**) Vergl. Anhang Nr. 27.Kriegsgeschichtliche Einzelschriften. V. (Heft 25.)

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