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Der Islam und die Wissenschaft : Vortrag, gehaltzen in der Sorbonne am 29. März 1883
Entstehung
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medanische Welt während jener Periode der christlichen Welt anintellektueller Kultur überlegen war, sagt Herr Renan, dass diePhilosophen der ersten Jahrhunderte des Islam, sowie die Staats-männer, die sich zu jener Zeit auszeichneten, grösstentheils aus demHarran, ans Andalusien und aus Persien stammten. Es gab unterihnen aber auch Männer von jenseits des Oxus und Priester ausSyrien. Ich will die glänzenden Eigenschaften der persischen Ge-lehrten nicht leugnen, noch die schöne Rolle übersehen, die sie inder arabischen Welt gespielt; indessen möge mir die Bemerkunggestattet sein, dass die Harranier Araber waren und dass die Araber,als sie Spanien und Andalusien besetzten, damit nicht ihre Nationa-lität verloren; sie sind Araber geblieben. Die arabische Sprachewar mehrere Jahrhunderte vor dem Islam diejenige der Harranier'Die Thatsache, dass sie ihre alte Religion, den Sabäismus, beibe-halten haben, soll nicht sagen, dass sie der arabischen Nationalitätnicht angehörten. Die syrischen Priester waren ebenfalls der Mehr-zahl nach ghassanische, zum Christenthum bekehrte Araber.

Was Ibn-Bajah, Ibn-Roschd (Averroes) und Ibn-Taphail be-trifft, so kann man nicht sagen, dass sie nicht ebenso gut Araberwaren wie Al-Kindi, weil sie nicht in Arabien selbst geboren sind,namentlich wenn man in Betracht zieht, dass die Nationen sich nurdurch ihre Sprachen von einander unterscheiden, udü dass, wenndiese Unterschiede verschwänden, die Nationen gar bald ihren ver-schiedenen Ursprung vergessen würden. Die Araber, die ihre Waffenin den Dienst der mahomedanischen Religion gestellt und zugleichKrieger und Apostel gewesen, haben ihre Sprache nicht den Besieg-ten aufgedrängt und überall, wo sie sich niedergelassen, haben siedieselbe mit eifersüchtiger Absicht für sich bewahrt. Ohne Zweifelhat der Islam in die Länder, die er durch Waffengewalt eroberte, seineSprache, seine Sitten und seine Doktrin verpflanzt, und diese Länderhaben sich seither seinem Einfluss nicht entziehen können EinBeispiel hievon ist Persien. Vielleicht aber, wenn man bis zu denJahrhunderten vor dem Erscheinen des Islam zurückgir.ge,fände man, dass die arabische Sprache damals den persischenGelehrten doch nicht völlig unbekannt war. Die Ausbreitung des