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Der Islam und die Wissenschaft : Vortrag, gehaltzen in der Sorbonne am 29. März 1883
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jene arabischen Uebersetzungen der griechischen Werkeder Wissenschaft und Philosophie erhielt Europa denzur Entfaltung seines Genius nothwendigen Gährstoffder antiken Tradition.

Und in der That, während Averroes, der letztearabische Philosoph, zu Marokko in Gemiithsverdüsterungund von der Welt verlassen dem Tode entgegensah,war unser Abendland im schönsten Erwachen aus langemGeistesschlaf. Abälard hat schon den Ruf des neuerstandenen Rationalismus ausgestossen. Europa hatseinen Genius erkannt und beginnt jenen herrlichen Auf-schwung, der mit der vollständigen Unabhängigkeits-Erklärung des Menschengeistes abschliessen soll. Hierin Paris, auf diesem Hügel Sainte-Genevieve, erstandein neues sensorium für die Arbeit des Geistes.Was noch fehlte, waren die Bücher, die reinen Quellendes Alterthums. Auf den ersten Blick will es scheinen,dass es natürlicher gewesen wäre, sich an die Biblio-theken von Konstantinopel zu wenden, wo die Original-handschriften lagen, als zu oft mittelmässigen Ueber-setzungen in einer Sprache zu greifen, die wenig zurWiedergabe des griechischen Gedankens geeignet war.Die religiösen Zwistigkeiten hatten aber einen bedauerns-werthen Gegensatz zwischen der griechischen und derlateinischen Welt geschalten, den der unheilvolle Kreuz-zug von 1204 nur noch steigerte. Ueberdies besassenwir keine Hellenisten. Wir mussten noch drei Jahrhun-derte warten, bis uns ein Lefevre d’Etaples, ein Budegeschenkt wurde.

In Ermangelung der wahren, der authentischen