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2 (1797) Vom Untergange der alexandrinischen Schule bis Kepler
Entstehung
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Vierter Abschnitt. 249

gung, die sic sehen, vergessen, um an die zu glauben,wovon sie nichts empfinden. Dieß wagt ein einzigerMensch zu verlangen, und zwar bloß um eine gewisseWahrscheinlichkeit des Verstandes, die nur von einergeringen Anzahl Philosophen verstanden wird, an dieStelle der Wahrscheinlichkeit der Sinne zu setzen , dieden großen Haufen mit sich fortreißt. Dieß ist nochnicht alles; er mußte ein System, das in den dreiWclr-thcilen mit Veifall ausgenommen war, zerstören, undden Thron des ptolemäus, dem man vierzehn Jahr-hunderte hindurch gehuldigt hatte, Umstürzen. Unstrei-tig stößen Schwierigkeiten Murh ein; unstreitig habenkühne Unternehmungen einen verhältnißmäßigcn Erfolg.Ein aufrührerischer Kopf gicbt das Signal, und dieRevolution geht vor sich. Ropernikus hatte dieWahrscheinlichkeit des Systems bemerkt, er wagte cs,das Joch der Autorität abzuschütteln, und er befreitedadurch die Menschheit von einem alten Vorurtheile,das bis dahin alle Fortschritte gehemmt hatte.

§. 4 -

NicolausRopermkus, der Wiederhersteller derphysikalischen Astronomie, und der Stifter des wahrenWeltsystems, wurde zu Thorn, einer Stadt in Preußenden 19. Februar 1472 a) geboren. iVazelrod, Bi-schof zu Wärmeland, war sein Oheim von mütterlicherSeite.

Ropevnikus studirtc in dem väterlichen Hause diegriechische und lateinische Sprache. Darauf wurde ernach Krakau geschickt, um sich in der Philosophie undArzncikundc zu unterrichten; er erhielt darin die Dok-torwürde. Jndeß hatte er von seiner frühesten Jugendeine vorzügliche Neigung zurMathematik, und er wohn-te lieber den mathematischen als den medizinischen Ver-jüngen bei. Er lernte den Gebrauch und die Gründedes Astrolabiums. Regiomonran hatte noch sterbend

H Müller, Vira Loxernici.