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2 (1797) Vom Untergange der alexandrinischen Schule bis Kepler
Entstehung
Seite
181
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Dritter Abschnitt. rzr

§. io.

In diesem Jahrhunderte glänzten zwei berühmteMänner, der eine war Albert der Große, Vrschofzu Rcgensburg, berühmt durch seine große Gelehrsam-keit. Er hat über die Astronomie und über die Sphäregeschrieben; allein man muß nicht vergessen, daß allediese Werke nichts als Kompilationen waren. Gelehr-samkeit war hinlänglich, um berühmt zu werden, undum ein großer Mann zu seyn, war es nicht nöthig et-was erfunden zu haben. Albert starb, nachdem er,um sich mit mehrerer Muße den Studien zu widmen,seine Stelle nicdergelegt hatte, zu Cöln 1280 im grstenJahre seines Alters. Der andre war Roger Baco,Mönch und Doktor auf der Universität Oxford, der inden unwissenden Jahrhunderten sich durch sein Genieauszcichncte. Man kann ihm nicht Erfindungegeist ab-sprcchen, wenn er wirklich der Urheber der traurigenKomposition ist, vermittelst welcher die Kunst eine un-bekannte und außerordentliche Kraft aus der Naturzieht, um sie zu ihrer eignen Zerstörung anzuwenden.

Baco hat Werke geschrieben, die in die Astrono-mie gehören. Er bemerkt, daß seit der julianischen Ka-lenderverbesserung die Nachtgleichen und Stillstands-Punkte um neun Tage, nach der Zeit, wo sie ptole-mäus beobachtet hatte, zu früh kämen. Er schloßdaraus, daß in 125 Jahren ein Vorrücken von einemTage statt fände, und irrte sich nicht sehr. Da daswahre Sonnenjahr um rilf Minuten kürzer ist, so finges alle Jahre eilf Minuten vor dem bürgerlichen Jahrean, und rückte so in 152 Jahren um einen Tag vor-wärts b). Auf gleiche Weise erkannte er, daß die ka-lippische Periode, wie wir oben schon bemerkt haben i),in 76 Jahren um sechs Stunden, oder in 304 Jah-ren um einen Tag abwich. Daraus entspringt eineneue Unvollkommenheit in dem Kalender und in der

l>) Laco, Opus ms)ur. x. 171.

») Gesch. d. alt. Sternk. r B. 9ter Abschn. tz. rz.