20 Von den Arabern, Persern u. n. Tartar».
legen, und es giebt keine, welche nicht mit der Zeit un-richtig gefunden würde. Die Unterschiede, welche uns vonder Genauigkeit und Wahrheit trennen, häufen sich, soklein sie auch scyn mögen, mit den Jahrhunderten, undbringen am Ende merkliche Fehler hervor. Die wirklicheWelt, die Natur behält eine lange Zeit hindurch dieVollkommenheit, welche sie von ihrem Urheber hat, undhängt von unveränderlichen Gesetzen ab. Die Weltdes Astronomen hingegen muß beständig verbessert wer-den , weil ihre Urheber Menschen sind. Allein auf grö-ßere Fehler folgen kleinere, die Hypothesen werden voll-kommner, und die Kopie nähert sich der unerreichbarenVollkommenheit des Originals immer mehr und mehr.Albategnius machte ohne Zweifel auf diesen Ruhm,den er nicht genossen hat, Anspruch. Seine Tabellendauerten nur wenige Jahrhunderte nach ihm, weil siein den Gründen fehlten. Er irrte sich in der MittlernBewegung der Sonne, in der Dauer des Jahrs. AlleAlken nahmen sie zu lang an, und er bestimmte sie um2> ^ zu kurz. Dieses beträchtlichen Fehlere wegen konn-ten seine Tabellen nicht lange die himmlischen Erschei-nungen darstellen.
§. i7-
Im zehnten Jahrhunderte beschützte der.HhalifSharfodaula die Astronomie, und sie würde durchseine Aufmunterung große Fortschritte gemacht haben,wenn die Herrschaft der Araber und ihr Genie zu denWissenschaften nicht im Abnchmen gewesen wäre. DieStimme der Fürsten ist mächtig, sie sind die Ursache derProdukte und des glücklichen Erfolgs der Wissenschaf-ten. Aber wenn sie säen, so muß der Boden fruchtbarund nicht erschöpft seyn. Dieser Khalif ließ in einemWinkel seines Schloßgarkens zu Bagdad eine Stern-warte errichten, und trug zweien Astronomen die Beob-achtung der sieben Planeten auf, wozu er die nöthigenInstrumente herbcischasfen ließ. Wir glauben sogar,daß die prächtigen und ungeheuer großen Instru-