Druckschrift 
1 (1858)
Entstehung
Seite
432
Einzelbild herunterladen
 

432

Lage der Reichspfalz Werla.

Es ist noch übrig, zu zeigen, daß bei diesem Dorfe Werte auchdie Reichspfalz Werlaha, Werlahu, Werlaon oder Werla lag. Wo siegelegen habe, darüber herrschen bekanntlich die abweichendsten Ansichten.(Aufzahlung derselben im Hercynischcn Archive 302); nur die miteinigermaßen tüchtigen Gründen unterstützten werden hier durchgegangen.Eine Chronik (Deilm. HI. 426 und wiederum 750) sagt, daß dieStätte, worauf König Heinrich I. einen Saal gehabt, und welcheWerla geheißen gewesen, jetzt Goslar heiße, und diese Meinung oderdoch, daß die Kaiserburg neben Goslar die Rcichspfalz Werla gewesensei, hat Blum (äs vsro sitrr pialat. äiVsrlao 33) vertheidigt. Eineganze Reihe von Schriftstellern (Llirnr 25, auch Dsikir. rrmml. II. 345)verlegt die Rcichspfalz nach dem Städtchen Werla in Westfalen, anderefinden sie in dem Mecklenburgschen Werla; jedoch werden diese Mei-nungen schon durch die oben hin und wieder angegebene Folge derAnfenthaltsörter der Kaiser widerlegt, indem sie den Raum zwischenMagdeburg und Werla in Westfalen oder Mecklenburg in der aus denUrkunden erhellenden Zeit unmöglich zurücklegen, wohl aber in dasHildesheimischc gelangen konnten. Auf einem offenbaren Misverständ-nisse beruhet die Behauptung (Lluirr 28), Werla habe an der Fuseim Archidiakonate Sicvershansen gelegen, wozu entweder die Verwechse-lung des Burgdorf an der Oker mit dem Burgdorf an der Aue oderauch eine in vielen Abschriften des Hildcsheimischen Archidiakonat-Berzeichnisses vorkommende Verwirrung die Veranlassung gegeben hat.In dem Original, wovon jene Abschriften abstammen, sind wahrschein-lich die einzelnen Bogen verkehrt znsammengelegt gewesen, und solaufen die Archidiakonate auf das Bunteste durch einander. Daß derUrheber jener Meinung das Verzeichnis gekannt habe, geht daraushervor, daß er ^Vsrla. pmrosllw, stVsrlki, errpsUrr und die von Burg-dorf als Patrone anführt, was denn wiederum Blum, welcher keinenOrt Werla finden konnte, in ein großes Erstaunen versetzt. DieseMeinungen haben jetzt wohl kaum noch Anhänger, wogegen die Ansicht,daß die Reichspfalz bei Warl unweit Schöppenstädt gelegen habe, nochnicht aufgegeben ist. Falke hat sie aufgestellt (Braunschw. Anz. von1745. Nr. 28. Hannov. gel. Anz. von 1751. Nr. 12. Draäitt.Oorb. 22, 89, 161), und Bode, welcher Werla in der Elmsbnrg sucht,sich derselben insoweit angeschlossen. (Braunschw. Magazin von 1823.St. 19—21). Die Falkesche Meinung stützt sich ans drei Thürme,welche er zu Warle gefunden hat, auf den Namen »Kaiser-Borg»,welchen dort eine Gegend führen soll, und darauf, daß die im Jahre