422 Verlegung der Cathedrnle von Elze nach Hildesheim,
für Vollführung seines Werkes ängstlich besorgte, durch Krankheitaufgcriebene Bcrnward im Jahre 1022. H ehe cs zur Ausfertigung derUebcrgabe- und Gründnngsurkunde hatte kommen können, jenen Auf-satz, um seinem heißen Wunsche in Etwas zu genügen, nicderschrcibenließ. Doch wäre auch die Urkunde, wie doch, da sie wenig praktischeBedeutung hat. gar nicht wahrscheinlich ist, mit den Kapiteln 43—45(49 — 53) der Lebensbeschreibung im Michaeliskloster angcfertigt, sogeschah dieses, weil sie in einer Handschrift des elften Jahrhundertssteht, in diesem selben Jahrhundert, und jene Benennung (Beunopoli-tanische Kirche) wurde also zu jener Zeit gebraucht und verstanden.
Daß der Codex dem elften Jahrhundert angehöre, bezeugt Pertz,und das ist Zeugnisses genug, wenn gleich es mir einige Zweifelmacht, daß in dem Anfangsbuchstaben Bernward als Heiliger erscheintund die Schriftzüge des Codex mir viel Aehnlichkcit mit jener angeb-lichen Urschrift der Urkunde zu haben scheinen. Wäre aber auch nochzu zweifeln, so kommt doch für den frühen Gebrauch des Namens inBetracht, daß der dritte Abt von St. Michaelis sich und seinen Nach-folger als Benneburgsche Aebte bezeichnet hat, und endlich enthaltendie in der ersten Hälfte dem zehnten Jahrhundert angehörendcn Hildes-heimischen Annalen zu der Regierungözeit des Tibcrius die seltsameNachricht: kMMOUOIUöU. 8IDVLM8MILI.
OIVID^8.,2) so wie die Handschrift des Klosters St. Michaelis dieoben schon benutzte Nachricht enthält. Die Angabe der Hildesheimi-schen Annalen dient ebenfalls zum Beweise, daß man schon in jenerZeit Bennopolis und Hildeuesheim für denselben Ort gehalten habe.Oertlich genommen konnte man dieses nicht; denn die Benneburg lag,wie der Name der Feldmark answeiset, am Zierenbcrge, im WestenHildesheims, etwa eine Viertelstunde davon entfernt, und wurde imJahre 1249 von dem Nathe der Stadt erkauft und zerstört. 3) JeneAusdrücke können also, wie es scheint, nur dahin verstanden werden,daß. die Cathcdrale, welche ursprünglich in der Benneburg gegründetgewesen, nachher nach Hildesheim verlegt worden sei. Hierfür könntesodann der Umstand angeführt werden, daß auf dem jetzigen Moritz-berge eine Kirche war, die das alte Münster (vetus monnstvrium)hieß, daß sie der Sitz eines Archidiakons war, und der diesem unter-gebene Sprengel Uarmus veterls inormstöi-ü genannt wurde, was auf
1) Die angebliche Ausfertigung hat allerdings das Jahr 1019 und viele Zeugen.
2) Deibn. II. iutraä. 35. N. O. bl. 88. III. 22, vergl. 19.
3) Laucnstein, Diplomat. Hist, des Bisth. Hildcsh. I. 4.