Verlegung der Cathedrale von Elze nach Hildcsheim. 417
im höchsten Grade unwahrscheinlich, da die Feldmarken der genanntenDörfer von Hildcsheim aus bestellt werden konnten, lind es gewißNiemanden einsiel, die Sicherheit, welche zuerst die Heiligkeit des Ortes,daun tüchtige Mauern gewährten, ohne Noth aufzugeben. Man darfalso behaupten, daß, als der Bischofssitz verlegt wurde, jene Ortschaftenvorhanden waren, und daun ist cs wieder eine Unmöglichkeit, daß derOrt, wohin das Bisthum verlegt wurde, eine Wildniß war. Linienvom alten Dorfe »ach Lotingessen (Trillke) und von I-nton villn (Lade-mühle) nach Hohnsen gezogen, welche sich fast in einem rechten Winkeldurchschneidcn, werden die Ausdehnung einer halben Stunde nichtüberschreiten, und es leuchtet ein, daß eine Gegend, die nach allenvier Seiten in der Entfernung einer Viertelstunde von bewohnten Ort-schaften umschlossen ist, kein wildes Jagdrevier sein kann. Wennauch in den Feldmarken jener Dörfer, wie noch jetzt häufig, kleinereHolzungen stehen geblieben sein mochten, wählte man doch solchedamals zum Jagen nicht, und der Kaiser hatte ja in der Nähe vonElze weite Waldungen. Die Feldmarken der genannten Dörfer sindnoch kenntlich, umfassen den Raum, worauf Hildesheim steht, nicht,und so wurde diese Fläche, welche mit den zugehörigen Gärten, Wegen,Wiesen 800 Morgen betragen mag, wahrscheinlich von einer eigenenOrtschaft aus bebauet, und genügte für einen Haupthof und seineUnfreien vollkommen.
Sodann mag noch bemerkt werden, daß, wenn die Cathedraleund der Bischofssitz sich in einer namenlosen Wildniß erhoben und ersteinen bewohnten Qrt hervorgerufen hätten, man diesem gewiß einenkirchlichen Namen, wie Marienburg, Heiligenstadt'oder dergleichengegeben haben würde.
Endlich ist auch noch der seltsamen Nachricht zu gedenken, welcheHildesheim ein bis in das sechste Jahrhundert reichendes Alter zu-schreibt. Leibnitz hatte dieselbe in einer Handschrift, worin die Chronikdes Michaelisklosters stand, aufgefunden. H Vollständiger ist sie ineiner Handschrift des zwölften Jahrhunderts, welche mit anderen einDomherr von Kesselstadt nach Trier verschleppt hat, enthalten. Dortsteht mit rothen Uncialen: Im Jahre 377 zur Zeit des KaisersLiberias (II.) wurde »Bennopolim" gegründet, die HildesheimischeStadt (Burg?), da, wo, wie Einige wollen, schon lange vorher dieStadt Bunnopolis gewesen ist, erbauet von einem Macedonier, Namens
>) 8er. r. Rr. II. iutroct. 35.