Verlegung der Cathedrale von Elze nach Hildesheim. 411
H. Heber die Verlegung der für Ostfalen gegründetenCathedrale von Elze nach Hildesheim.
Zuvörderst ist über die Quelle, woraus der Sächsische Annalist,bekanntlich fast durchgängig nur Znsammenträgcr geschichtlicher Nach-richten i) und daher ohne Anspruch auf Glaubwürdigkeit aus eigenemRechte, die Nachricht über jene Versetzung des Bischofssitzes geschöpfthat. Folgendes zu bemerken:
In einer Pergamenthandschrift.des Klosters St. Godehardi fandsich ein Anshatz, überschrieben: Irnrckatio eoolssias HIIckeirslisiineiisiZ, 2)wovon nur Abschriften des achtzehnten Jahrhunderts vorliegen, welchebezeugen, daß die Urschrift viele Abkürzungen habe: weiter ist dasAlter der Urschrift nicht scstznstellen. Die Erzählung selbst führt biszum Tode des Bischofs Hezilo im Jahre 1079, in einer andern Ab-schrift aber bis auf Bernhard I., die Mitte des zwölften Jahrhun-derts. 2) so daß ihr nicht mit Sicherheit ein höheres Alter bcizulegcnist. als dem ältesten Thcile der Hildesheimischen Chronik, welche inihren altcrthümlicheren Wortformen, besonders aber in ihrer einfachnüchternen Erzählung, das Gepräge höheren Alters trägt. Dennochsind Einzelnheiten, welche die lunclutio gibt, deren die Chronik abernicht gedenkt, deßhalb allein nicht für unglaubwürdig zu erklären, dadie Chronik überall sehr kurz gefaßt ist und die ganze Thätigkeit derBischöfe zum Vorwürfe hat, die I?uiräutio aber sich besonders mit demDombaue beschäftigt, für sie also manche Nachricht von Wichtigkeitwar, welche jene übergehen mochte. Nur, wo es sich um Ereignissehandelt, die für die Hildesheimische Kirche auch vom Standpunkte desChronisten aus von Wichtigkeit waren, wie die Verherrlichung derKirche durch Wunder, würde ich immer dem Chronisten den Vorzugeinräumen; sie konnten ihm eben so wenig unbekannt sein, als derErwähnung nnwerth erscheinen.
Bei Prüfung der Erzählung der lunäatio darf man nun vonfolgender allgemeinen Ansicht ausgehcn:
Sachsen hatte, als es sich dem Fränkischen Reiche anschloß, Acker-bau, Gemeinden, Stände; — Gerechtsamen, Ansehen, Credit waren,
>) Archiv der Gesellschaft für Deutsche Gcschichtsknndc.
2) S. den Anhang zu Lnntzel, Die ältere Diöc. Hildcsh.
3) Meine Abschrift befindet sich in einem Bande, worin viele das Godehardi-
klostcr angehende Nachrichten im siebcnzchnten Jahrhundert gesammelt sind, und hatdie Neberschrift: Legnitur lunllntio eeelesiae lrildenslreimeiisls ex msmbraimeeo
eorlice bibliutlrecnv s. dotlelmrili; per v. Ooetorvm Lonraänm aorämrum (sec.XVII.) äeserixtn.