Weil die endliche Entscheidung des Schicksalsdieser schönen Lande bis auf den noch fernen WienerKongreß verschoben wurde, der zur Schlichtung undRichtung der deutschen Angelegenheiten erst imSpätherbst eröffnet werden sollte, so hatten dieMenschen Zeit, über ihre Zukunft vielfältig hinund her zu sprechen und zu klügeln, und die, welchezunächst dabei mit im Spiele waren , oder glaubtendabei mit im Spiele zu seyn, hatten reiche Gelegen-heit, die Welt nach ihren verschiedenen Ansichtenund Neigungen durch falsche und wahr« Nachrichtenund Gerüchte, die sie verbreiteten, entweder zu er-freuen oder zu betrüben. Ich habe in jener Zeit indiesen Grgenden gelebt, und Folgendes ist ungefärder Aussprung meiner Beobachtungen, den ich kurzgefaßt hier hinlege.
Das Haus Oestreich hatte durch alte Gewohn-heit und Herrschaft und durch den Namen Kaiser,den es so viele Jahrhunderte in Deutschland geführthatte, allenthalben eine mächtige Parthei für sich,welche sich Täuschungen machte und hoffte, so langonur ein Schein von Hoffnung da war. Immermeinten viele gutmüthige Menschen noch, Oestreichwerde die Kaiserwürde über die deutschen Fürstenwieder annehmen und hier Land einnehmen undDeutschland beschützen. Die Gescheidten, die weitersahen als die gute Menge, sahst» mit Schmerz. daßOestreich hier am Oberrhein eine schöne und sichereHerrschaft aufgegeben hatte, um jenseits der Alpr»