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2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
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Am. November Abends brachte ein Parlamentair deSGenerals Savary, unter Beifügung der Erzählung all der be-kannten Unglücksfälle der preußischen Armee, die Aufforderungzur Uebergabe, mit der Bemerkung, daß ja daS unbedeutende Nien-burg keiner Bertheidigung fähig sei. Der Kommandant wies imBeisein der Majors Colson und Dreßler, welcher Letztere Platz-major-Dienste leistete, alle Anträge zurück, ließ aber dem GeneralSavary sagen, daß er geneigt sei zu kapituliren, wenn man ihmeinen dreiwöchentlichen Waffenstillstand und dann freien Abzugzur Armee des Königs bewillige. Ein zweiter, bald darauf ein-treffender Parlamentair, der General Schramm, suchte dem Kom-mandanten zu beweisen, daß ihm solche Bedingungen unmöglichzngestanden werden könnten, lud ihn aber zu einer mündlichenUnterredung mit dem General Savary ein. Der General Strach-witz nahm das Anerbieten an und bestimmte dazu den folgendenTag. Nachdem der General Schramm die Festung verlassen hatte,berief der Kommandant außer den oben genannten Personen nochdie Kommandeurs der 3. Musketier-Bataillone zum Kriegsrathzusammen; es waren die Oberst-Lieutenants Schönowski undBrandenstein, beide hoch in den Sechzigern, und der Major Gor-don. Sämmtliche Stabs-Offiziere waren der Ansicht, daß es ge-reichen sei, sich dem Feinde auf vortheilhafte Bedingungen zuergeben, da ein Bombardement die Stadt schnell in einen Aschen-hausen verwandeln würde; besonders aber schilderten der MajorColson und der Hauptmann Geyling den Zustand der Festungals verzweifelt, da außer dem Brande auch der vielleicht bald ein-tretende Frost zu fürchten sei, wo dann die Gräben zusrieren undder Feind gar keine Kapitulation bewilligen würde. Der MajorColson zog auch die allgemeine Lage des Staats in Betracht,und erklärte, daß es unter den obwaltenden Verhältnissen gänzlichunnütz sei, Nienburg zu vertheidigen. Sämmtliche anwesende Of-fiziere willigten hierauf in die Uebergabe und Unterzeichneten dasProtokoll der Verhandlung. Der General Strachwitz wollte nocheinmal die Bedingung des freien Abzuges hinstellen, glaubte abervon vornherein, daß sie nicht gewährt werden möchte.

Am 25. um 9 Uhr Morgens holte der Kommandant den