der Stadt zu kommen, um die Unterhandlungen einzufehen; ersolle jeden Augenblick frei nach dem Fort zurückkehren können.Der Oberst folgte der Einladung, wogegen der General Lecoqmit dem Hauptmann Hitler und dem Lieut. Below nach demfeindlichen Lager ritt, um wo möglich gute Kapitulations-Bedin-gungen zu erhalten und zugleich den Feind zu rekognosziren. InOhr traf er den General Michand, der die feindliche Avantgardekommandirte und ihn beim Könige von Holland anmelden ließ.Der König schlug es ab, den General zu empfangen, und ließihm nur sagen, daß die Besatzung sich jetzt jedenfalls kriegsgesan-gen ergeben müsse. Der General Lecoq wies diese Bedingungzurück, gestattete aber, daß ihn ein französischer Offizier mit einemBriefe des Generals Michaud an den Kommandanten nach Ha-meln begleitete, wo er am Abend mit unverbundenen Augen ein-gelassen wurde.
Der Brief enthielt nichts als die Wiederholung der bereitsam Morgen mitgetheilten Nachrichten von dem Kriegsschauplätze,mit dem Hinzufügen, daß es nach solchen Ereignissen unverstän-dig sei, die Festung noch vertheidigen zu wollen, daß man abergestatte, daß der Kommandant einen Offizier zum General Blüchersende, um sich von der Wahrheit des Mitgetheilten zu überzeugen,doch nach der Rückkehr dieses Offiziers müsse dann auch dieFestung übergeben, die Besatzung kriegsgefangen werden.
Auf diesen Brief antwortete der Kommandant, als keiner derKommandeurs unter den darin enthaltenen Bedingungen eine Ka-pitulation gerechtfertigt erachtete, und besonders der Oberst Capriviheftig dagegen auftrat, daß unter den gegebenen Bedingungen csnoch Zeit sein würde, an eine Kapitulation zu denken, wenn alleVertheidigungsmittel erschöpft sein würden. — Um das Mißver-gnügen der Garnison wegen des vielen Unterhandelns zu stillen,wurde förmlich bekannt gemacht, daß jede Kapitulation abgebrochenfei und man sich ernsthaft vertheidigen werde.
Am 13. wurde eine Aufnahme aller Dorräthe anqestellt, undes ergab sich, daß bei den reichlichsten Portionen die Lebensmittelnoch bis zum 20. Dezember genügen würden, worauf der Kom-mandant dem Obersten Caprivi das Versprechen gab, vor diesem