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2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
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Der Major fand wieder einige französische Offiziere bei dem Kom-mandanten, trug die Vorstellung des Offizierkorps vor, und machtedadurch auf ihn solchen Eindruck, daß er dem Major befahl, zuerklären, es würde nicht kapitulirt werden. Der Oberst Caprivi,der um Mittag zufällig ebenfalls erfahren hatte, daß eine Kapi-tulation abgeschlossen sein solle, hatte augenblicklich seine Ba-taillone ans der Stadt nach dem Fort gezogen, und leistete demBefehl des Kommandanten, nach der Stadt zu kommen, keineFolge. Als dieser ihm hierauf in einem Briefe einen scharfenVerweis ertheilte, und zugleich erklärte, daß er Kommandant derFestung, das Fort aber nur ein Theil derselben sei, so antworteteder Oberst, daß er nach Pflicht und Gewissen gehandelt habe unddas Fort in keinem Falle ohne Weiteres übergeben werde. Selbstder General Lecoq schrieb dem Kommandanten, er möge sich dochja nicht mit der Uebergabe der Festung übereilen, da der Königdoch vielleicht eine ernste Vertheidigung erwarte.

Es war der feindliche General Brack, den der Major Beau-fort beim Kommandanten gefunden hatte, und der unter einemganz nichtigen Vorwände nach Hameln geschickt worden war. Alsderselbe gegen Abend fortreiten wollte, bewog ihn ein heftigesGewehrfeuer aus der Gegend des Forts, um Nachtquartier zubitten, das ihm auch gewährt wurde.

Auf Grund des Ausbleibens des Generals Brack sandte derKönig von Holland am l2. aufs Neue einen Parlamentair, be-schwerte sich in ernsten Worten über das Zurückhalten jenes Ge-nerals, und forderte zugleich den Kommandanten und die Generaleder Besatzung aus, die Festung in zwei Stunden zu übergeben,wenn sie nicht mit aller Strenge behandelt werden wollten. Umnoch mehr zu imponiren, wurde der Aufforderung die Nachrichtvon dem Falle Magdeburgs und der Armeebefehl beigefügt, inwelchem Napoleon die Marschälle belobt, welche das Dlücher-sche Korps verfolgt und zur Kapitulation bei Ratkau genöthigthatten.

Diese Nachrichten bewogen den Kommandanten, fo wie denGeneral Lecoq, wiederum an die Uebergabe zu denken. Der Er-stere schrieb abermals an den Obersten Caprivi, und bat ihn nach