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2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
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355
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Er sandte sogleich den Oberst-Lieutenant Ochs nach Vach, umgegen den Durchmarsch zu protestiren; wenn dies aber vergeblichwäre, so sollte er Anstalten treffen, daß die französischen Trup-pen gehörig verpflegt und einquarliert würden, um Erzesse zuvermeiden- Der w. Ochs zeigte indessen am 20. an, daß derM- Mortier seinen Marsch abgeändert habe, von Hünfeld linksausgebogen und auf Hersfeld marschirt sei, wo er ihn mit etwa10,000 Mann angetroffen und von ihm erfahren habe, daß eram folgenden Tage nach Nielsungen marschiren, von dort insHannöversche rücken, aber vorher dem Kurfürsten seine Aufwar-tung machen würde. Am 30. meldete der Oberst-Lieutenant Ochsaus Melsungen, daß der Marschall ziemlich deutlich ausgesprochen,wie er Befehl habe, Kassel zu besetzen und daß er am folgendenTage einrücken werde; der Oberst-Lieutenant sprach die Besorgnißaus, daß man feindselige Maßregeln beabsichtige. Der Kurfürstwar in der äußersten Verlegenheit; bald wollte er seine Truppenauseinander gehen lassen, bald einem Korps von 8000 Mann,das bei Ziegenhayn stand, den Befehl ertheilen, nach Kassel zumarschiren, auch den zunächst stehenden Regimentern einen glei-chen Befehl senden. Doch geschah nichts, als daß man einigeunbedeutende Kassen, die Kostbarkeiten des Kurfürsten, das geheimeArchiv rc. auf eine unvorsichtige Art verbarg.

Der M. Mortier, der wahrscheinlich die Nachricht erhaltenhatte, daß die Truppen der Nord-Armee, die von Paderborn herim Anmarsch waren, erst am 1. November vor Kassel eintreffenkönnten, blieb bis zum 31. Oktober Mittags in Melsungen ste-hen, und rückte Nachmittags bis in einen 1^ Stunden von Kasselentfernten Wald vor, wo er bivouakirte. Der Oberst-LieutenantOchs kam nach Kassel und gleichzeitig die Meldung, daß dasKorps des Königs von Holland von Paderborn her anrücke.

In der Nacht zum 1. November überreichte der Legations-Sekretair St. Genest dem Minister Waitz eine Note, worin Na-poleon erklärte:er wisse sehr gut, daß der Kurfürst mit Preußenin Verbindung gestanden und gerüstet, daß der Kurprinz die preu-ßischen Truppen mit Freuden ausgenommen und durch die Stadtgeführt habe, auch als General in preußischen Diensten stände,