daß die preußischen Truppen aus dem Hessischen nur durch Be-wegungen der französischen Armee zurückgerufen worden, nichtwegen der Neutralität von Hessen, daß der Kurfürst noch immerunentschieden seine Rüstungen fortgesetzt habe; da nun die preu-ßische Armee geschlagen und bis über die Oder zurückgeworfenworden, so sei es thörigt, die hessische Armee zusammenzulassen,um den Franzosen in den Rücken zu fallen, wenn sie eine Nie-derlage erlitten; es erheische in dieser Lage die Sicherheit der fran-zösischen Armee, daß Hanau und Hessen-Kassel besetzt, Waffen,Kanonen, Zeughäuser überliefert würden; im Uebrigen stände esdem Kurfürsten frei, Gewalt mit Gewalt zu vertreiben."
Der Kurfürst versammelte einen Staatsrath. Eine Depu-tation ging in der Nacht um 2 Uhr zum M- Mortier, und kamum 6 Uhr Morgens am 1. November zurück. Sie brachte dieErklärung: daß der Marschall den Befehl habe, Stadt und Landzu besetzen, und daß er den Kurfürsten und den Kurprinzen alsKriegsgefangene behandeln würde, wenn er sie in Kassel anträfe.Beide verließen daher Kassel auf der Straße nach Hannover, dochals sie das Thor passirt hatten, erschienen französische Voltigeursund versperrten ihnen den Weg. Der Kurfürst jagte durch dieStadt zurück und entkam durch das Holländische Thor nach Arol-sen, von wo er die Reise inkognito und verkleidet mit dem Kur-prinzen und dem Major Thümmel über Hameln nach Schleswigsortsetzte.
Um 9 Uhr rückte der M. Mortier in Kassel ein, und gleich-zeitig die Truppen der Nord-Armee mit dem König von Holland,nachdem vorher die in Kassel garnisonirenden hessischen Truppenentwaffnet und entlassen worden waren. Der Kurfürst hatte nochvor der Abreise allen Garnisonen den Befehl gegeben, die Waffenabzulegeu, und Hanau, Ziegenhayn, Spangenberg und Rintelnzu übergeben. Die französischen Truppen wurden theils einquar-tiert, theils bivouakirten sie auf der Straße nach der Wilhelms-höhe. Der M. Mortier erließ eine Proklamation, nahm Besitzvon allen Kassen und kurfürstlichem Eigenthum, das man theilsverkaufte, theils nach Mainz brachte. Nach zwei Tagen ging derKönig von Holland nach Paderborn zurück, von wo sich die Di-