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ließ sich hierdurch zur Kapitulation bewegen, und als ihm derLieutenant Thynkel Vorstellungen dagegen machte, antwortete er:er wisse, daß der Großherzog von Berg mit 100,000 Mann imAnmarsch und dann keine Kapitulation mehr möglich sei; er dürfedie Stadt nicht einäschern und die Bürger nicht unglücklich machenlassen. Der französische General diktirte die Kapitulationspunkte,nach welchem am Mittag des 1. Novembers die Thore durch3 Kompagnien französischer Grenadiere besetzt werden, die Gar-nison das Gewehr strecken, den Mitgliedern der Kammer Sauve-garden bewilligt, das Eigenthum der Einwohner geschützt werdensollte. Der Lieutenant Thynkel verweigerte die Unterschrift.
Gleich nach vollzogener Unterschrift fuhr der Kommandantin Begleitung des Obersten Düplin und zweier Soldaten überdie Oder zurück, und in geringer Zeit war die Festung durch hin-übersetzende Grenadiere besetzt. Die auf dem Marktplatz versam-melte Besatzung warf theils aus Unwillen, theils unter Jubelund Geschrei die Gewehre, Taschen und Säbel auf den Boden,und der Oberst Ingersleben mußte sich, überhäuft von den Vor-würfen der Subalternosfiziere, vom Marktplatze retten. Die Ar-tilleristen auf den Wällen mußten mit Gewalt von ihren Ge-schützen entfernt werden.
Der Kommandant wurde wegen bewiesener Feigheit durchKriegsgericht zum Todtschießen verurtheilt, doch vom Könige mitlebenswieriger Festungsstrafe begnadigt. —
Der General Güdin kehrte nach erhaltener Nachricht von derUebergabe von Küstrin sogleich mit seiner Division zurück. DerM. Davout ging für seine Person sogleich nach Küstrin, ließ dieBrücken Herstellen und alle Anstalten treffen, um die nachfolgendenKorps von der unerwarteten Eroberung eines festen Platzes an derOder, der in Gemeinschaft mit Stettin eine treffliche Basis zu denweiteren Operationen gegen die Weichsel bot, vortheilen zu lassen.
Nach der Uebergabe von Küstrin beorderte Napoleon am2. November das Badensche Kontingent, das bis Dresden vor-gerückt war, zur Besetzung jener Festung bis auf weitern Befehl.Der M. Davout sollte seine Kavallerie auf Posen vorschieben unddas Korps vorwärts Frankfurt kantoniren lassen. Die Rekognos-