Druckschrift 
2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
327
Einzelbild herunterladen
 

der Artillerie antwortete: der Kommandant könne thun und lassenwas er wolle. Der Jngenier-Lientenant Thynkel sprach sich da-hin ans: die Festung müsse sich vertheidigen, weil sie sich mitIbOO Mann Besatzung und hinlänglichem Geschütz vertheidigenkönne. Der Kommandant machte die Einwendung, daß die Gar-nison nicht ansrciche, die Anßenwerke zu besetzen, woraus derLieutenant Thynkel cntgegnete, daß auch nach dem Verlassen derAußenwerke der Hauptwall sich hinlänglich halten könne. Erwurde hierauf befragt: ob er das Bombardement verhüten könne?und erwiederte: daß dies zur Einnahme der Festung nichts bei-trage, da die Garnison Kasematten habe. Der Kommandant er-klärte, daß er die Stadt nicht einäschern lassen werde und befahldem Lieutenant Thvnkel, sich mit einem Trompeter znm feindlichenGeneral zu verfügen und um einen dz bis ^tägigen Waffenstill-stand zu unterhandeln. Der Lieutenant Thynkel glaubte gehorchenzu müssen, traf am äußersten Ende der Vorstadt den ersten fran-zösischen Posten, und wurde zum General Petit geführt, der imBegriff war, die Posten ablösen zu lassen. Der General schiensich auf Unterhandlungen einlassen zu wollen, wurde darin in-dessen durch den anwesenden Oberst Düplin des 85. Regmts. be-hindert, der erklärte: wenn die Stadt nicht binnen 2 Stundenübergeben würde, das Bombardement seinen Anfang nähme. Sowie der Lieutenant Thynkel znrückkam und Meldung machte, sagteder Oberst Ingersleben:nun ist keine Zeit zu verlieren" undmachte sich bereit, sich persönlich zu dem feindlichen General zuverfügen, indem er dem Lieutenant Thynkel befahl, ihm zu folgen.Im Begriff, sich über die Oder setzen zu lassen, wurde der Kom-mandant von seiner Frau augehalten und flehentlich gebeten, seineFamilie nicht unglücklich zu machen; doch von dem KüstrinerKammerpräsidenten, der sich einen großen Einfluß auf den Ober-sten erworben hatte, wurden diese Vorstellungen bald beseitigt. DerKommandant wurde jenseits durch den General Gauthier und denObersten Düplin empfangen; man stellte ihm vor: Stettin zeiüber, das Hohenlohesche Korps gefangen, Küstrin schlecht besetzt,das Bombardement werde sogleich beginnen und nicht eher auf-hören, als bis die Stadt eingeäschert worden- Der Kommandant