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2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
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Ende der Oderbrücke wiederholentlich blasen. Der Kommandanttrug dem Ingenieur vom Platz, Lieutenant Thynkel, auf, sich hin-über zu begeben, um zu fragen, was die Allarmirung bedeute;er werde, wenn der Feind sich nicht ruhig verhalte, die Vorstädtein Brand setzen lassen. Der Lieutenant Thynkel stellte ihm vor,wie unpassend es sei, dem Feinde zu drohen, und überhaupt mitihm zu unterhandeln. Statt seiner sandte der Kommandant nunden Artillerie-Lieutenant Wille hinüber, um sich mit dem Feindezu verständigen, daß wenn man sich ruhig verhalte, er, der Kom-mandant, auf den Brückenkopf nicht schießen lassen werde. DerGeneral Güdin forderte die Festung auf, und ließ den Komman-danten wissen, daß er die Stadt bombardiren werde, wenn dieUebergabe verweigert würde.

In der Nacht zum 1. November erhielt der General Güdinden Befehl, sofort zum Gros des 3. Korps nach Frankfurt auf-zubrechen, indem Napoleon einen Theil der Truppen des M. Au-gereau nach Küstrin in Marsch setzen und zur Einschließung derFestung bestimmen würde. Der M. Davout sollte die Oder über-schreiten und auf der polnischen Seite die Blokade von Küstrindecken. Der General Güdin mußte dem Befehl genügen, brachmit Anbruch des 1. Novembers aus, und ließ nur das 85. In-fanterie-Regiment unter dem General Gauthier zurück.

Der Oberst Ingersleben versammelte am Morgen des 1. No-vembers die Stabsoffiziere der Garnison, stellte ihnen vor, daßder Feind vor den Thoren der Festung, und daß ihm die sichereNachricht geworden sei, auch auf der rechten Oderseite sei einKorps von 100,000 Mann im Anmarsch; Entsatz sei nicht zuerwarten; die Beschaffenheit der Besatzung sei allen bekannt. Derälteste Stabsoffizier, Oberst Weyherr vom Regiment Prinz Hein-rich, erklärte, daß sein Bataillon sehr viele ungeübte Leute besäße,und daß, bevor durch das Niederbrennen der Vorstädte so vieleMenschen unglücklich würden, es gerathener sei, die Festung zuübergeben. Der Oberst Manteuffcl vom Regmt. Zenge stimmteebenfalls für die Uebergabe, indem er sich auf die Redlichkeit desKommandanten verlasse, daß dieser nach der ihm ertheilten In-struktion handeln werde. Der anwesende Oberst Boumann von