Kapitulation von Küstrin am I. November.
Der Kommandant von Küstrin, Oberst Ingersleben, erhieltam 17. Oktober den Befehl, alle VertheidignngS - Anstalten zntreffen, um die Festung gegen einen gewaltsamen Angriff zu sichern.Unterm 25. Oktober ertheilte der König den Befehl, die Festungauf 3 Monate mit Fleisch, Gemüse w. zn versehen, und wurdensogleich 50 Ochsten, 0 Mispel Erbsen, 2 Mispel Hirse, 2 MispelLinsen, 100 Centncr Heu, 00 Schock Stroh zur Festung gebracht,in welcher bereits 1255 Mispel Roggen zum Backen, 878 Mispelzum Verfüttern, 3802 Mispel Mehl, 53 Mispel Gerste, 080Wispel Hafer und 3048 Quart Branntewein vorräthig lagen.
Am 30. Oktober waren alle Anstalten beendet. 80 Geschützewarm auf den Wällen zweckmäßig aufgestellt und mit 200 Schußversehen, 12 Stück Geschütz standen in Reserve; die Außenwerkewaren pallisadirt, der Brückenkopf durch Verhaue und Wolfs-gruben gedeckt. An Munition fehlte es nicht. Die Besatzungbestand außer der hinlänglichen Anzahl Artilleristen aus den3. Musketier-Bataillonen der Regimenter Omnien, Zeuge undPrinz Heinrich und 75 Husaren des Regiments Usedom unterdem Rittmeister Kalbow, der von Merseburg nach Küstrin gegan-gen und daselbst auf Befehl des Königs verblieben war. ImGanzen betrug die Besatzung etwa 2400 Mann, worunter 1000völlig dienstfähige Mannschaften.
Am 31. Oktober stieß die Avantgarde der Division Güdiubei Manschenow auf dem linken Odernfer auf das Kommandodes Rittmeisters Kalbow, das zur Rekognoszirung des Feindesvorgegangen war. Die Husaren wurden nach einigem Handge-meng zurückgeworfen, verfolgt und gemeinschaftlich mit den Infan-terie-Vorposten in den Brückenkopf getrieben. Der Feind drangmit in den Brückenkopf ein und die Preußen mußten sich überdie bereits vom Kommandanten in Brand gesetzte Brücke retten,wobei der Lieutenant Falkenhayn vom Regiment Zeuge erschossenwurde. Die Batterien der Festung wiesen den Feind nachdrück-lich zurück und bald war Alles ruhig.
Noch am Abend um 6 Uhr hörte man in der Festung am