Druckschrift 
2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
205
Einzelbild herunterladen
 

205

die feindlichen Dragoner, nachdem sie die Salve einer Seite desdreigliedrigen Quarrees erhalten hatten, öfter noch ein Paar Mi-nuten in der Nähe derselben herumwirbelten und dann auf 20 50 Schritt von den Flanken des Quarrees vorbeijagten, wosie wiederum ein sehr wirksames Feuer erhielten. Es ist diesindessen das gewöhnliche Verhalten der Kavallerie, der es nichtErnst mit dem Angriff ist, und die, stutzig gemacht durch daslang verhaltene Feuer der Infanterie, aus der Karriere in denGalopp, aus diesem in den Trab fällt, und endlich im Schrittauf großer Nähe ein wirksames Feuer erhält. Der ursprünglicheWille zum Angriff ist gerade noch stark genug, um die Kavallerienicht die Flucht ergreifen zu lassen, reicht aber nicht aus, um indas Quarre« einzubrechen; sie giebt Raum und schiebt sich beider Infanterie vorbei, da sie im wirksamen Feuer nicht haltenbleiben kann.

Es war ein großes Unglück, daß der Prinz August nichtbei Prenzlau gegenwärtig war. Bei seinem entschiedenen Charak-ter, bei den strengen Begriffen von militärischer Ehre und Pflichtwürde er bei Prenzlau eben so gegen jeden Gedanken an Kapi-tulation aufgetreten sein, wie am 16. bei Weißensee.')

Von dem Kürassier-Regiment Quitzow war der Theil, dersich zuerst zerstreut hatte, erst spät von dem Obersten Heiligenstädtwieder gesammelt und auf Straßburg geführt worden, wo er sich

1) Zum Andenken an das Gefecht der tapfer» Grenadiere wurde durchEinwirkung des Landraths des Prenzlauer Kreises, v. Stülpnagel-Dargitz,am 18. Juni 1811 aus dem Felde zwischen Elliugen und Schönwerder einDenkmal errichtet. Es besteht aus geschliffenem uckermärkischen Granit, hateine Höhe von 13', oben die Form eines Landwehrkrcuzes, und steht genauauf dem Punkt, wo der seindliche Hauptangrifs znriickgewiesen wurde, inder Mitte von sieben Gräbern getödteter Feinde neben der Straße. Esträgt auf der östlichen Seite eine vergoldete Inschrift mit der Hinweisungauf den Zweck des Denkmals, auf der westlichen Seite zwei Schwerterund den Tag des Gefechts, darunter einen Eichenkranz. Im Sockel ist dieJahreszahl der Errichtung und der 18. Juni, als der Tag der Einweihung,aber auch als der Tag verzeichnet, der alle Schmach des unglücklichen Ok-tobers 1806 getilgt hat.