Der Prinz schickte nach und nach drei Leute zu Pferde ab,um den Fürsten Hohenlohe oder den Befehlshaber eines andernpreußischen Korps um Hülfe zu bitten.
Nachdem der Rückzug der Grenadiere noch ^ Stunde unge-stört fortgesetzt worden war, und man von einem bei Prenzlaumitgenommenen Boten erfahren hatte, daß bis Nechlin kein Ueber-gang über die Ucker zu finden sei, auch, daß die Niederung desFlusses wegen der morastigen Ufer und Gräben nicht zu passirensein würde, sah man voraus, daß man es noch auf eine weiteStrecke mit der feindlichen Kavallerie zu thun haben werde, undfürchtete, daß zuletzt die Munition fehlen, die Kräfte und der guteWille der Leute erschöpft werden würde. Der Prinz zog es dahervor, sich mit dem Bataillon in die Uckerbrücher hineinzubegeben,in der Ueberzeugung, daß man mit Infanterie öfter noch durch-kommt, wo dem Anscheine nach die Unmöglichkeit vorhanden ist.Gegen den Rath des Boten zog sich also das Bataillon rechtsin das Bruch, und der Prinz war sehr erfreut, als er etwa eineStunde lang, obwohl mit großer Mühe, doch überall glücklichdurchgekommen war, während die feindliche Kavallerie auf derHöhe das Zusehen hatte, und ein Theil derselben sogar absaß,so daß es schien, als habe sie die Verfolgung ganz aufgegeben.Run wurde der Boden aber immer schwieriger; es traten breiteund tiefe Wassergräben ein, so daß die Leute bis unter die Armeversanken. In diesem schlimmen Boden blieben gegen 100 Gre-nadiere stecken, denen es an Kraft fehlte, sich aus dem Morastwieder herauszuarbeiten. Der Prinz suchte den Morast links zuumgehen, traf aber überall auf gleiche Beschaffenheit des BodenS.
Die Offiziere hatten bereits sämmtlich ihre Reitpferde zurück-lassen müssen; nur der Prinz hatte das Seinige — dasselbe, aufdem sein Bruder der Prinz Louis bei Saalfeld geblieben war —an der Hand über alle Gräben sortgebracht, bis es sich endlichlosriß und in der Ucker neben her schwamm. Alle Versuche, esmit den Kurzgewehren der Unteroffiziere wieder zu erreichen, warenvergeblich, und dies um so schmerzlicher, als der Prinz im Ge-fühle seiner Abstammung entschlossen war, sich im schlimmstenFalle durchzuschlagen.