Druckschrift 
2 : 1, Der Feldzug von 1806. - 1850 (1855)
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

von Lannes und Davout den Befehl hätten, in Eilmärschen zufolgen. Auch die beiden Feldjäger, die am Abend vorher von demHauptmann Liebhaber zu dem Fürsten gesandt worden waren,trafen ein und bestätigten die Angabe von der Anwesenheit derFranzosen in Oranienburg. Endlich brachten auch Landleute ausZehdenick die Nachricht, daß dem General Schimmelpfennig da-selbst ein Unglück zugestoßen sein solle; eine Nachricht, die nachdem, was weiter oben bereits von der Zeit, in welcher die Fran-zosen vor Zehdenick erschienen, gesagt worden, offenbar falsch war.

Nachdem man beinahe -> Stunden bei Schönermark gewartetund nichts gethan hatte, um sich von der Wahrheit der verschie-denen Nachrichten in etwas zu überzeugen, erhob sich der OberstMassenbach abermals, und bewies dem Fürsten Hohenlohe, wiegefährlich cs sei, den Marsch auf Zehdenick fvrtzusetzen, und ohneKavallerie einem wahrscheinlichen Gefecht mit dieser Waffe ent-gegenzngehe». Er schlug vor: dem Feinde den Marsch mehr zuverbergen, links auf Fürstenberg auszubiegen, und sich so der Ka-vallerie-Kolonne des Generals Gr. Schwerin zu nähern. DerFürst ging auf den Vorschlag ein. Der Lieut. Steinwehr vomGeneralstabe wurde vorausgeschickt, um Lebensmittel und einigesUnterkommen bei Fürstenberg zu besorgen. Zu dem General Gr.Schwerin ging der Lieut. Trabenfeld nach Alt-Strelitz mit demBefehl, in der Nacht zum 27. aufzubrechen, und auf ein Rendez-vous bei Haffelförde — in der Richtung von Alt-Strelitz aufBoitzenburg — zu marschiren; der General Bila sollte nach Ru-thenberg rücken. Bei Hasselförde sollte der General Gr. Schwerinso lange verweilen, bis er durch Patrouillen sich überzeugt habenwürde, daß die Kolonne des Fürsten, und die Arriergarde, die derGeneral Bila von Lychen ab bilden sollte, dieses Defilee passirthätten; dann sollte der General nach Schapow — zwischen Für-stenwerder und Prenzlau — marschiren und weitere Befehle er-warten. An den General Beeren war schon früher durch denRittmeister Borstell nach dem Rendezvous Hertzberg der Befehlgegangen, zum Fürsten nach Schönermark zu kommen. —

Nachdem man bis gegen Mittag gewartet hatte, brach dieInfanterie des Fürsten von Schönermark auf, und setzte sich nach