Fürstenberg in Marsch, ohne daß man über das, was mit demGeneral Schimmelpfennig etwa bei Zehdenick vorgegangen, auf-geklärt worden wäre. Der größte Theil der Infanterie, die erstAbends gegen !> Uhr in Fürstenberg eintraf, bivouakirte in denStraßen des Städtchens und jenseits desselben und der Havel.Die Bürger waren sehr gut gesinnt, und gaben den Soldaten,was sie nur auflreiben konnten, aber der Ort war zu klein, alsdaß Jeder etwas erhalten konnte, und von einem Unterkommenkonnte gar nicht die Rede sein. Der General Beeren war erstum 5 Uhr Nachmittags vom Rendezvous Hertzberg nach Schöner-mark gekommen, hatte dort füttern lassen und erreichte Fürstenbergerst um 2 Uhr in der Nacht. Wodurch diese Verspätung veran-laßt worden, ist nicht anzugeben. Es ist indessen wahrscheinlich,daß der General durch den Rittmeister Borstell erst spät den Be-fehl des Fürsten zum Marsch auf Schönermark erhalten hat.Jedenfalls war das späte Eintreffen sehr unheilbringend, da man,im Besitz einiger Kavallerie, wohl gegen Zehdenick pousürt undsich überzeugt haben würde, daß der Feind noch nicht, oder we-nigstens erst mit so geringen Kräften eingetroffen war, daß manihn in keiner Weise zu fürchten hatte. Daß eine solche Aufklä-rung auch ohne diese Kavallerie möglich war, da man jedenfallsüber berittene Offiziere, über einige Kavallerie-Ordonnanzen undüber die zurückgekommene Patrouille des Rittmeisters Alvenslebenzu disponiren hatte, liegt außer allem Zweifel. Um zu sehen be-darf man nur der Augen, und da reichen 4 und 6 so weit wiedie von zwei Regimentern.
In Fürstenberg erhielt der Fürst Hohenlohe am Abend nochvon dem vorausgegangenen Lieut. Steinwchr, der den Paß vonLychen untersucht hatte, die Meldung:
„Es haben Nachmittags 1 Uhr zwei Grenzjäger von Lychennach Zehdenick gehen wollen, sind aber nur bis Vogelfang, imWalde auf der Straße von Zehdenick nach Templin, gekommen,wo sie Flüchtlingen aus ersterem Orte begegneten, die ihnen mit-theilten, daß die Franzosen daselbst um Mittag angekommen, undsich mehrere Stunden mit einem preußischen Kavallerie-Detasche-ment geschlagen hätten, das nach Abtragung der Havelbrücke dies-