konnte. Der Marsch ging zwar in ziemlicher Ordnung, aber sehrlangsam fort, da die Gespanne entkräftet und die Lebensmittelkärglich zugemesseu werden mußten. Der Fürst befahl, daß jederbei den Truppen verbleibende Wagen verbrannt werden sollte,indem nur die Kommandeurchaisen, die Geldwagen, der Proviant-und Lazarethtrain geduldet wurden; indessen dieser Befehl, wiesoviele andere, wurde nicht streng befolgt und mußte mehrmalswiederholt werden.
Im Allgemeinen nahm Desertion und Jndisziplin bei denTruppen überhand, und zwar nicht nur unter den Ausländern,sondern auch bei den Kantonisten. Der Fürst ergriff alle mög-lichen Mittel, um dem zu steuern, ließ sogar einen Husaren vonUsedom, der sich in der Nacht zum 21. gegen seinen Rittmeisterthätlich vergangen hatte, vor der Front erschießen; unmittelbardarauf gab indessen ein Auftritt bei der Parole zu Genthinzwischen dem General Hirschfeld und dem Major Graner vonWürttemberg-Husaren den Beweis, daß auch in den höherenStellen die Subordination verschwunden war.
Vom Major Knesebeck kam aus Rathenow die Meldung,daß der Feind die Elbe bei Wittenberg noch nicht überschrittenhabe, daß es daher rathsam sei, mit der Haupt-Kolonne überBrandenburg auf Potsdam, mit der Kavallerie-Kolonne überNauen auf Spandau zu marschiren, um so die gerade Verbindungüber Küstrin wieder zu gewinnen, und die großen Depots in Ber-lin an sich zu ziehen. Einige Stunden später widerrief der Majorindessen seine Meldung durch eine andere falsche, daß der Feindbereits am 21. bei Treuenbrietzen gestanden und Detaschemcntsin Potsdam eingerückt seien. Der Landrath Bülow berichteteferner, daß der M. Davout am 23. ein Lager von 60,000 Mannbei Potsdam beziehen werde. Auf Grund dieser eben so falschenNachricht beschloß der Fürst die ursprünglich bestimmte Richtungauf Rathenow beizubehalten, und nur sobald cs thunlich, denMarsch zu beschleunigen. Der Rittmeister Alvensleben und derLieutenant Nostiz wurden mit 30 Blücherschen Husaren nach derGegend von Potsdam und Berlin gesandt, um gewisse Nachrichtenüber den Marsch des Feindes einzuziehen; der Hauptmann Ziehen