74
4) daß die Reserve des Generals Gr. Kalkreuth bei Blan-kenburg und Halberstadt angekommen, der Posten von Aschers-leben und die Brücke bei Bernbnrg durch den General Tscham-mer besetzt seien und ein feindliches Korps sich daselbst gezeigthabe;
5>j daß eine Meldung eingetroffen, nach welcher die Teteeiner feindlichen Kavallerie-Kolonne über den Harz folge.
Der Fürst befahl einem jeden der Anwesenden, seine Mei-nung über das zu sagen, was unter solchen Umständen zu thunsei. Die Mehrzahl verlangte den Rückzug nach Magdeburg, umdaselbst unter dem Schutze der Kanonen dieser Festung einigeTage zu ruhen und die Armee zu reorganisiren. Ter MajorKnesebeck war über den Zweck einverstanden, daß man nämlichsuchen müsse einige Zeit zur Reorganisirnng der Armee zu gewin-nen, glaubte aber nicht, daß der Marsch ans Magdeburg dazuführen würde. Er schilderte die Lage des preußischen Staatsmit den grellsten Farben; er sprach von dem Geiste, der sich lei-der nur zu sehr offenbare, von der allgemeinen Tendenz, dasSichere zu suche», wodurch eine Reorganisation auf dem Marscheunmöglich gemacht würde; er zeigte, wie die Preußen beim Marschaus Magdeburg einen Bogen beschrieben, auf dessen Sehne sichdie Feinde bewegten; daß diese daher mit ihnen gemeinschaftlichvor Magdeburg eintreffen und dem Fürsten keine andere Wahlübrig lassen würden, als sich entweder mit der ganzen Masse derUnbewaffneten in Magdeburg einschließen zu lassen und ein zwei-tes Ulm zu erleben, oder die Wanderung unverzüglich auf einemähnlichen Bogen bis zur Oder fortzusehen, wo der Feind wiederauf der Sehne stehen würde. Kurz, er zeigte aus das Lebhafteste,daß, nachdem man einmal die unmittelbare Berbindung mit derOperatiousbasis verloren habe, auf diesem Zuge kein Heil zu er-warten sei. Er schlug vor, den Feind zu täuschen, die Unbewaff-neten alle nach Magdeburg laufen, auch die Truppen des Herzogsvon Württemberg, der Generale Wartensleben und Tschammerdahin gehen zu lassen, und mit den armirten und formirten Trup-pen des Fürsten und des Generals Kalkreuth sich durch einenSeitenmarsch über Goslar dem Feinde zu entziehen und nach