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Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
443
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III. Theil. iq4ster Brief.

sinnlichen Vorwürfen und Afficirungen gernesuchen, welches böse wäre, und dem Lebendes Geistes entgegen stünde. Aber das Leben,die Bewegungen, und Affecten der Sinne,und das Ausjchweifen der Sinne mit Lastfühlen, das ist ein Leben der Sinne, nichtaber unser Leben in den Sinnen, ob es zwarleider unser gewesen ist. Wir haben dieseLampe angesteckt, und können sie nicht mehrauölöschen; da wir aber kein Oel mehr dareingießen, so mag sie in GOttcs Namen, undzu unserer Schande, brennen und stinken,bis sie erlöschet. Bisweilen denkt man, dieLampe gehe aus; plötzlich erholt sie sich mitgrößerem Schein, als wann sie neues Lebenkriegte; aberDa ist es auch bald geschehen.

Das Leben in deinen Sinnen, verhoffeich, werden auch nur solcheTodesconvulsionenseyn. Inzwischen ist es ungemein vergnügter,wenn entweder der erste Ernst, oder die erstereLiebesempfindungen das Leben der Sinne be-täuben und überwinden. Wenn die Sonnescheint, dann siebet man die Lampe nicht,auch nickt, wenn man stark räuchert; dochbrennt die Lampe wieder, so bald der Dampfoder die Sonne weg ist. Oder auch, es istvergnügter, wenn der Zug zur Einkehr dieSeele verbieget ins Verborgene des Ange-sichts GOttes, da man entfernt und schuß-frei vor allen Anfällen der Feinde und auch derSinne lebet. Wird aber eines sowohl alsdas andere geweigert, und man findet sich

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