Geistliche Briefe»
vorher das wollen, ja aufrichtiges, inniges, ^brünstiges Wollen, ehe noch dieses Wollendas Vollbringen, oder die gewollte Sache §
erreichen kann. Dieß ist eine Pein, aber auch "
eine reinigende beugende Pein. Endlich mußman erfahren, daß es nicht liege am wollen:GOttes Erbarmen muß die Sache geben,und nicht unser Wollen sie ergreifen. Ja,das wollen scheint bisweilen, wie die Blumeam Baum, abzufallen, und in eine heilige .Gelaßenheit zu sinken, um der Frucht selbstPlatz zu machen. ^
Nur aetrost, mein lieber Bruder! ich finde Hchnicht anders, als daß der HErr dich führet; Mhalte es bei ihm aus, so friedsam als dukannst. Besiehe dich selbst, und wie schwer Mdirs fällt, nicht zu sehr. Dem Heiland ist Mcs unvergleichlich schwerer gefallen, dich undmich zu erlösen, und er kragt noch unsere Last. ^Ach! laßet uns ihn lieben, denn er bat unserst getiebet! Dem lieben alten Vater bitte ^sonderlich auch meinen herzlichen Gruß zu ver-melden. JEsus besuche, erquicke und stärke Zadessen Herz mit seiner Gnade und göttlichen >k> KLiebe, damit sein Alter dieser Zeit eine Kind-heit und Lebensanfang der Ewigkeit werde!
Mülheim,
den 6. Julii i?;«.
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