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Geistliche Briefe.
aufnebmen, und schon für die wirkliche Be-kehrung und Wiedergeburt halten, zu eigenemoder anderer Schaden. Von vornen kannman schwerlich ein unfehlbares Urtheil vonsolchen außerordentlichen Gaben fällen; darumhaben Erv. wohiedrrv. meines Erachtensvon der Kanzel weislich erinnert, daß manden Baum an den Früchten sollte kennen ler-nen. Einige dergleichen (doch in einigenUmstanden verschiedene) Dinge Hab' ich gese-hen, die ,ch glaubte Betrug zu seyn, da auchder Ausgang mich in solcher Mepnung gestär-ket. Andere Hab' ich gesehen, die ich fürgewiß mußte glauben, daß von einem über-natürlichen Ursprung herkamen, oder auchsonst eine gute Afflcirung und Rührung derGnade zum Grunde hatten, doch aber nichtsSonderliches nachließen, wenigstens nicht so,wie man wohl gehofft hatte. Bei einigen wares der Anfang zu einer wahren und bleiben-den Herzens- und Lebensänderung, da wegender Plötzlichkeit und Größe solcher Verän-derung (indem aus einem Saulus ein Pau-lus, aus einem Stein ein Kind Abrahamswerden sollte) der ganze äußere Mensch ange-griffen wurde, die Gnade bis in die Sinn-lichkeit, und gar auf andere Personen mitüberfloß, und der neue Wein in den bisheralten Schläuchen ein so gewaltiges Gährenerweckte. Man bat aber auch Exempel, daßsolche Dinge eine Zeitlang gut waren, abernicht gut blieben, weil sie von den Seelen
selbst.
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