Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
419
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Der iZ8ste Brief.

Wie es die Seele machen muß, wann GOtt ihrdie Gnade thut, und sie sich so fühlen läßt,wie sie von Natur isi.

Sehr liebe Freundinn und Schwester!

c>ch muß dir hiemit auf dein Brieflein ant-O worren, aus welchem ich sehe, wie es dirgehet, nämlich daß du dich jetzt so todt undtmgesühllg, auch so zerstreut und äußerlichso unruhig befindest. Liebe Schwester siehe,so will GOtt uns mehr und mehr an unsselbst bekannt machen, und offenbaren, waswir von Natur in uns selber sind. Findestdu dich so todt - siehe, so findest du dichalso, wie du schon von deiner Geburt an bist.Findest du dich so ungefühlig und unempfind-lich ; so fühlest du dein hartes und steinernesHerz, das du von Kindheit an bei dir getra-gen hast. Findest du dich verstreut; siehe,so sind wir leider l vorhin gewesen, Habensaber nicht so gefühlt noch gewußt.

Aber, liebe Schwester, ist dieses nun«licht GOttes Gnade? sich selbst nun zu fin-den und zu erkennen, so, wie man inwendigin sich selber in der Wahrheit ist. Ja ge->viß! eine große Gnade vor viel tausendandern elenden Menschen. Und das ist auchDd 2 Gnade,