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Bd. 2 = Th. 3 (1799)
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Geistliche Briefe.

Seele von der «»verrückten Uebung des Ge-beths, und mithin von ihrer Kraft abzubrin-gen; da dieses doch eben die Zeiten sind, dawir zu dem größten Fortgang und Ausgangaus uns selbst könnten bereitet werden, wennwir nur bei dem HErrn aushalten, und unsnach ihm zu fügen wüßten. Ich will sagen:daß, wenn wir, auf die sonst gewohnte Art,mit derGebethsübung nicht fort kommen könn-ten, wir dann auch nicht mit steifem Eigen-willen und Anstrengung fest hielten, was derHErr uns zu entnehmen beliebt, sondern unsschmiegeten, in unsere Nacktheit und Armuthruhig einwilligten, unseren Geschmack, Lichtund Vergnügen seinem Vergnügen und Wohl-gefallen aufopferten, und dieses sein Wohl-gefallen unser Gebeth und unsere Speise seynließen. Siehe, da würden wir von einemsolchen Loslaßen, Entblößen und gleichsamVerlieren mit der Zeit den Gewinn erfahren,und zu einer tiefem, oder besser gesagt, reine-ren Einkehr, Geberhsart, und Vereinigungmit GOtt fähig gemacht werden; welches ebendie Absicht GOtteö ist.

Das ist aber unser Elend und unsereSchwachheit, daß wir so sehr mit der Eigen-liebe durchdrungen sind, und uns selbstsuchen, eben indem wir meynen, GO" zusuchen. Finden wir dann für uns selbst nichts,kein Licht, Geschmack, oder sonst was Ange-nehmes, da bilden wir uns ein, wir könntenG-Vtt nicht finden, werden müde und muth-

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