Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
379
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III. Theil. i26ster Brief. Z7y

Womit soll ich dich dann trösten und stär-ken? Damit, daß ich dich versichere: Es istder weg; und damit, daß ich dir sage: ichleide mit dir; und (welches unendlich mehr ist)Ä! IEsus leider mit dir und in dir; und,A es ist eben das Werk seiner Gnade und seinesGeistes, daß du in solcher Arbeit und Pressesteckest, wodurch du an der einen Seite einherzliches Verlangen nach dem Leben GOt-tes, und an der andern Seite die Unmöglich-keit , dir solches zu geben, und das gerade^ Gegenrheil erfahren mußt.

^ Halte doch aus in GOttes Namen, mein^ lieber Bruder, und laß den Muth nicht sin-ken! Das Vertrauen entfallt einem wohl^ einmal; man muß es aber darum nicht weg-'M werfen. Hebr. io, is. GOtt zeiget, daßE alles Gnade sey; und der schönste Beweis,^ daß es von GOtt sey, was man Gutes hat,^ oder gehabt hat, ist, weil man sichs nicht ge-^ den kann, wann man will. Stimme ein in^ , die Erfahrung deiner Elenden und deines Un-V Vermögens, und gib GOtt die Ehre. Nicht,daß dir das Böse sollte gefallen, oder du es" solltest tbätlich ausüben ; keineswegs! daswäre Sünde: aber das Gesicht, Gefühl unddie Entdeckung dessen, was du bist, muß dir^ in so weit gefallen, und dich nicht in eigcn-liebigen, eigenwilligen Verdruß und Unwil-len setzen, als wodurch öfters aus einer bloßen^ Versuchung eine wirkliche Sünde wird. GOt-tes Absicht ist nm, daß es die Seele demü-^ thigen.