z8<r Geistliche Briefe. >
thigen, geschmeidig und zum Verlaßen ihrer ^selbst fähig machen soll: geschieht es aber, U"daß Verdruß, Zorn oder Traurigkeit das ^Gemüth schon wirklich eingenommen haben, Hoder, daß auch sonst ein merklicher Fehltrittvorgegangen; so ist immer nur dieselbe Arznei Mzu gebrauchen, nämlich: einstimmen in sein WkElend und Nichts, und nachdem man um ^ VVergebung gebethen, sich stillen und dulde», ^so gut und so friedsam, als man kann, und ^sich angewöhnen, so viel bloßer auf GOtt Mzu vertrauen, je weniger man Grund des Ver- ^trauens in sich selber findet.
Unterlaß die Uebung des Gebeths nicht, ^ohnerachtet dirs mühsam fällt. Der HErr zstehet uns, auch wann wir ihn nicht sehen, ^und merkt auf unsers Herzens Neigung. Eswird bald besser werden. Sey vergnügt, >wann du nur GOtt vergnügest; und den ^vergnügen wir, wann wir ihn wollen vergnü-gen, und rhun, was wir vermögen. Ein wenigLesen ist doch auch nicht undienlich, wenn du ^gleich nicht den Nutzen spürest, wie sonst, ja ^wenn auch gleich die Andacht unvermerkt sichzerstreuet, daß du nicht weißt, was du gele-sen hast: es läßt doch wohl einige Nahrungnach, und bewahret vor was Schlimmers.
Nur bei gar zu starker Muthlosigkeit, undeinigen andern Versuchungen würde mich eben ss,so sehr nicht dazu zwingen, sondern nachdem ^ich dem Gebeth eine Weile obgelegen, lieber Wein äußeres Werk vornehmen; denn weil du h
dir