Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
326
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zr6 Geistliche Briefe.

Was du sonst von deinem jetzigen Stande ^der Finsterniß und Leiden schreibest, solcheshabe dem HErrn in meinem Gebeth dar,gelegt, hoffe es auch durch seinen Beistand M hferner zu rhun. Ich nehme so gern Theil andem Wohl und Weh meiner Mitglieder, wo- Lmit mich die Vorsehung bekannt gemacht hat. ^Allein! was soll ich sagen? liebe Schwester!^ §Dieses Leven ist, um zu leiden, und jenes ^ §unendliche Leben, um zu genießen, sonder-"^lich für uns, die wir einem gekreuzigten Hei-land aus Gnaden angehören, auf die Condi- ^ ^tion, daß unser Theil nicht in diesem Lebensfeyn soll. Es kann zwar seyn, daß der Zu- ^stand deines Körpers, bei zu weniger Bewe-gung, das Gemüth mit ängstiget, verfinstert .und beschweret: es komme aber von dieser oder !jener Seite, so ist es doch Leiden, und Leiden? ?von GOtt. Packe in GOttes Namen nurauf, und trage dein Kreuz getrost dem HErrn Anach; er wird im Verborgenen helfen, das^traue ich ihm zu. -

Wir mäßen leiden; wir sagen, daß wirauch wollen leiden; aber wir arme, eigenlie- Ebige, oder doch gemächliche Kinder wissentausend Einwendungen vorzubringen, warum Mwir uns just ins gegenwärtige Leiden nichtwohl bequemen können; bald haben wir dieß, E- jbald jenes daran auszusetzen, und machen Muns dadurch die Last nur schwerer. Laßt unseinfältig von GOtt annehmen, was kommt, B,»uns ihm anbefehlen, und ihn für uns wählen «

laßen.