Druckschrift 
Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
314
Einzelbild herunterladen
 

zi4 Geistliche Briefe»

gemacht Wird, und unter allem widrigen Ge, jF!fühl sich heimlich in die so nahe Gnade und EKraft ihres Erlösers ersenket, oder doch dar- Wnach hungernd und darauf gelaßentlich war- W»,tend, endlich von der Gnade völliger durch-drungen wird, und den Sieg erhält durch Mden, der sie von Innen belebet. Dieses jetzt-genannte Ersenken, Hungern, Warten, rc.ist das eigentliche Werk des Glaubens, dem W,<sich GOtt endlich gewiß zur Ueberwindung Inschenket. Unterscheide also nur besser den Z«inneren Menschen von dem äußeren, und «Mwandlemit GOtt getrost fort! Die Natur ^wird ja wohl nie leiden wollen; sie muß ster-den. Weg mit aller falschen Zärtlichkeit!Weil unsere Zeit kurz ist, so mäßen wir gera- !dezu wandeln, der Natur entgegen.

Wundere dich nicht, lieber Bruder! daß _du dich noch so entfernt von GOtt und dei-nem Ziel erkennest: wir sind weiter vom Ziel ^ 'verirrt gewesen, als wir wußten. Eben der MHErr unser GOtt ist es, der uns diesessehen läßt, und ohne unser Wissen uns der-gestalt immer näher führet. O ja! er ist unsunaussprechlich nahe; er bemühet sich unauf-hörlich mit uns; er sorget wunderbarlich füruns. Er hat dich und mich so viel Jahre,bei unzähligen Weigerungen, gesuchet, undendlich uns selbst auch suchend gemacht, daßes wohl Schande ist, sich noch zu beklagen,wie du in deinem Briefe thust, daß dir GOttnoch so unbekannt, ohnerachtet du ihn schon