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Der 6yste Brief.
An ein von allerhand bösen Gedanken und Bil-dern angefochtenes Gemüth.
Geliebte Freundinn und Schwester!
ZEsus segne dich, und gebe dir Friedein ihm!
c^ch sehe mitleidig, daß du eine geraumeZeit in Beänsiigungen gewesen, undmit bösen Gedanken und Bildern geplagetwirst. Nun, der Heiland ist unendlichmitleidiger, als ich Armer bin, und den-noch belegt er dich mit diesen Kreuzchen.Er thuts aber aus Liebe, und, wann ernicht erkennete, daß dirs gut und unum-gänglich nöthig wäre, dann thät ers gewiß-lich nicht, denn er hat nicht Lust an unse-rer Plage. Weil aber unser Verderben sotief und manchfaltig ist, so muß er aller-hand Wege und Mittel gebrauchen, uns zurErkenntniß und Erlösung von diesem Ver-derben zu bringen. Da wir nun keinen Ver-stand davon haben, so ists sehr schön, daßwir chn nur mit uns machen laßen, undalles, in einfältiger Liebe, aus seiner Handannehmen, was uns innerlich oder äußerlichüberkommt, glaubend, daß durch seine Regi-
rung