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Bd. 2 = Th. 3 (1799)
Entstehung
Seite
208
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Geistliche Briefe.

genug, wenn man äußerlich Vermögen undGelegenheit, und innerlich Freiheit dazuHarbin welchem Fall eine Seele wohl thut,daß sie solche vor sich nimmt. Eins mitdem andern aber auf des lieben BrudersZustand und Führung zu appliciren, will ichdem Geist der Gnaden herzlich anbefehlenund überlaßen.

Nicht nur der Apostel Paulus, sondernalle Heiligen vor und nach ihm, haben dieArbeit geübet und dienlich erachtet. Man kannz. E. die Äehen der Alcvärer in der Müstenicht lesen, ohne völlig davon überzeugt zuwerden: vieler anderen erleuchteten Seelennicht zu gedenken, die bei auswendiger Ar-beit Segen und Förderung für ihr Inwendi-ges gefunden haben. Sollte ich meine wenigeErfahrung dabei setzen, so muß ich gestehen,daß ich vielfältig unter der Arbeit Nutzen,innere Approbation und göttliche Gegenwartverspüret habe. Ja doch! ich bin auch wohldarunter verstreut, abgemattet und verfinstertgeworden; aber daran war meine Unordnung,nicht die Arbeit Schuld: sonst wurden mirunter und bei derselben manche unlautereKräfte der Natur entdecket, die ich außerderselben vielleicht nicht so erkannt hätte.Der heilige Geist JEsu bediente sich meineräußern Arbeit als einer rechten Uebung undSchule. Bald wollte der Natur ein Werk zuverächtlich seyn; bald regte sich Selbstgefallenund Lust, wann ichs gut machte, oder eine

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